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Deutschlands Journalisten fühlen sich für die Herausforderungen im sozialen Netz gut gerüstet. Zudem haben sie ein einfaches Kriterium gefunden, um den Erfolg ihrer Tätigkeiten dort zu definieren: die Zahl ihrer Fans, Follower und Freunde. Das sind die beiden wichtigsten Erkenntnisse aus dem Social Media Trendmonitor 2012.

Rund 3000 Journalisten und andere Kommunikatoren sind von der dpa-Tochter “news aktuell” befragt worden – mit einem einzigen Ziel: Wie halten wir es denn jetzt mit diesem neuen, sozialen Netz? Sind Journalisten dort angekommen, wo ihre Leser schon länger sind, bei Facebook natürlich, aber auch bei Twitter, Google und all den anderen? Wenn es nach ihrer Selbsteinschätzung geht – dann eindeutig ja. 12 Prozent der Befragten sind nach eigener Auffassung “sehr gut” gerüstet für die neue soziale Netzwelt, weitere 33 Prozent “gut”. Das macht immerhin 45 Prozent, beinahe jeder zweite Journalist ist also der Auffassung, sehr gut oder gut mit sozialen Medien umgehen zu können. Das bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 2011 waren nur 7 Prozent der Meinung, “sehr gut” gerüstet zu sein. 26 Prozent hatten vor Jahresfrist noch geglaubt, “gut” vorbereitet zu sein.  Zusammengerechnet lässt sich also eine gravierende Steigerung ausmachen: 45 Prozent, die heute glauben, sehr gut oder gut gerüstet zu sein, das sind 12 Prozent mehr als noch 2011. Dabei ist zudem auch die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit überwiegend. So sagen immerhin 46 Prozent, ihr Engagement beim Thema Social Media habe ihre Arbeit erfolgreicher gemacht.

Zusammengefasst: Die wichtigsten Ergebnisse

Doch woran misst man so etwas wie Erfolg bei diesem Thema? Geht man nach der überwiegenden Auffassung von Journalisten, dann werden zunächst quantitative Maßstäbe angelegt. So sagen 58 Prozent der befragten Journalisten, die Zahl der Freunde und Follower sei das ausschlaggebende Kriterium für Erfolg bzw. Misserfolg. Immerhin 46 Prozent glauben, die Zahl der Erwähnungen sei ein Erfolgsmaßstab. Dagegen messen nur 20 Prozent der “Tonalität der Erwägungen” eine entscheidende Bedeutung zu. Ähnlich niedrig bewerten Journalisten offenbar auch die Frage, mit wem man sich vernetzt hat. Wo also noch 58 Prozent sagen, die Zahl der Follower sei ihnen wichtig, legen nur noch 12 Prozent ein Augenmerk darauf, sich mit “wichtigen Influencern” zu vernetzen.Auch wenn es um die Ziele geht, die man im sozialen Netz verfolgt, dominiert der Quantitäts-Gedanke. Begriffe wie Leserbindung erhöhen (70 Prozent), Traffic auf die eigene Seite holen (44 Prozent), Imagepflege (39 Prozent) und Bekanntheit steigern (34 Prozent) stehen im Ranking der angegebenen Ziele ganz oben.  Zwar sagen dann noch immerhin 34 Prozent, sie wollten den Dialog mit ihren Usern verbessern. Aber nur noch ganze 9 Prozent geben an, sie wollten dort ihre “Zielgruppen kennernlernen”. Insgesamt dominiert also auch bei den Zielsetzungen von Journalisten im sozialen Netz die Quantität.Weitgehend Einigkeit herrscht bei der Frage der Bedeutung der einzelnen Netzwerke. 53 Prozent halten Facebook für die wichtigste Seite, weitere 16 Prozent plädieren für Twitter.  Diese beiden alleine schaffen es also auf eine solide Zweidrittelmehrheit. Naturgemäß bleibt demnach für die anderen Seiten nicht mehr viel übrig. Erstaunlich: Google plus kommt in der Aufzählung gar nicht vor.

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