Aktuell, Digitales Leben 10. Januar 2021

Remote-Podcasts: Riverside ist schneller, schöner, leichter

by Christian Jakubetz

Podcasts remote produzieren – klingt einfach und plausibel. In der Praxis gibt es immer noch viele Stolpersteine. Mit „Riverside“ gibt es aber ein Tool, dass das Leben für Pod- und Videocaster sehr viel einfacher macht.

Aufgenommen mit Riverside: Audio- und Videoqualität sind richtig gut. Das hat allerdings seinen Preis.

Vermutlich wird sich beim Thema Podcasts auch im gerade begonnenen Jahr 2021 an zwei Dingen nichts ändern.

Erstens: Podcasts boomen weiterhin.

Zweitens: Die Produktion bleibt kompliziert. So lange es Corona gibt, sind persönliche Begegnungen vor einem Mikrofon keine richtig gute Idee.

Davon abgesehen: Remote-Produktionen haben sich in Zeiten der Pandemie etabliert und bieten nebenher auch noch einen anderen Vorteil. Nämlich den, dass man inzwischen mit Gästen aus aller Welt mit vergleichsweise wenig Aufwand gut produzieren kann.

Soweit die Theorie. In der Praxis schossen zwar eine ganze Reihe von potenziellen Remote-Lösungen aus dem Boden. Richtig zufriedenstellend waren nur wenige. Und irgendeinen Haken hatte fast jede Geschichte. Entweder waren sie VoIP-basiert, dann war der Klang dementsprechend: okay, aber eben nur okay. Oder die Einrichtung des Ganzen war so komplex, dass sie für Laien keine wirkliche Option war.

„Riverside“ hingegen ist, das kann man ohne Übertreibung sagen, ein großer Wurf geworden. Weil die Software die guten Dinge sowohl der „stationären“ als auch der Remote-Welt in sich vereint.

Weil die Dateien lokal gespeichert und dann erst downgeloadet werden, klingen sie deutlich besser als Files, die via VoIP übertragen werden. Vergleicht man beispielsweise ein Tool wie „Zencastr“ mit Riverside, dann wird der Unterschied schnell klar: Wo sich „Zencastr“ anhört wie ein etwas besseres Skype, bekommt man mit „Riverside“ Resultate, die Studioqualität erreichen.

Natürlich hängt auch bei Riverside vieles davon ab, welche Mikrofon man benutzt. Ein 20-Euro-Mikro, das man sich eben mal bei Amazon geordert hat, wird sich dementsprechend anhören, das bekommt keine Software der Welt hin.

Arbeiten mit Riverside

Woran erkennt man gute Software (und ja, natürlich auch Hardware)? Daran, dass sie einfach und intuitiv zu bedienen ist. Nimmt man dies als Maßstab, dann haben die Macher von „Riverside“ so ziemlich alles richtig gemacht. Man muss nichts installieren und auch nicht viel kapieren. Man loggt sich ein, legt eine neue Folge an – und das war es schon.

Besonders gut daran: Selbst wenn man es mit Podcast-Gästen zu tun hat, deren technisches Equipment und Verständnis überschaubar sind, bleiben die potenziellen Fehlerquellen gering. Der Gast am anderen Ende muss lediglich ein halbwegs ordentliches Mikro andocken und (wenn man das Ganze auch als Video haben will) über eine passable Webcam verfügen. Wie immer gilt: Je besser Mikro und Kamera sind, desto größer sind auch die Chancen, ein gutes Resultat zu bekommen.

Als Host hat man den Vorteil, das Ergebnis schon vorab zumindest halbwegs zu sehen. Für die Audiospur gibt es für jeden Gast einen separaten Pegel. Man muss sich also nicht aufs Gehör verlassen, sondern man sieht unmittelbar, ob der Pegel tatsächlich in Ordnung ist.

Der entscheidende Unterschied zu Tools wie „Zencastr“: Jede Spur wird lokal aufgezeichnet. Und das hört man. Mit „Riverside“ bekommt man mühelos Ergebnisse hin, die einer Studioqualität sehr nahe kommen. Durch das separate Aufzeichnen der einzelnen Spuren lässt sich auch eine professionelle Nachbearbeitung leicht machen. Für alle, die es schnell und bequem haben wollen, gibt es zwar, ähnlich wie bei Zencastr, eine bereits abgemixte Version. Aber wer vergleichsweise viel Geld für eine solche Software ausgibt, der wird eher selten zu einem Instant-Mix greifen.

Nach der Aufzeichnung: Ton- und Videospuren können separat downgeloadet werden. Man kann auch seine Dropbox entsprechend synchronisieren.

Ein weiterer Vorteil: Natürlich konnte man bisher auch schon Podcast remote produzieren und seinen Gast bitten, seine Tonspur irgendwo aufzunehmen und dann irgendwie zuzusenden. Das aber ist umständlich. Zumal man vor Überraschungen nicht gefeit ist, man bekommt so eine Spur ja immer erst nachträglich.

Fazit: Stand heute ist „Riverside“ das Beste, was für (Remote-)Podcaster auf dem Markt ist!

VorteileNachteile
Browserbasiert, keine Installationen.

Daten werden lokal gespeichert, kein Voice over IP

HD-Videoaufzeichnung
Möglichkeit von Live-Call-Ins
Teuer! Für 5 Stunden nur Audio zahlt man monatlich 15 Dollar. Die volle Variante (Audio, Video, Live) schlägt mit stolzen 49 Dollar monatlich zu Buche. Und selbst da sind die Aufnahmen auf 10 Stunden monatlich begrenzt.

Funktioniert bisher nur mit Google Chrome

Funktioniert nur mit Desktops und Laptops, bisher keine mobilen Geräte
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