Software 14. Juni 2017

Im Test: Das digitale Notizbuch

by Christian Jakubetz

So ist das nun mal mit der Digitalisierung: Sogar das gute, alte Notizbuch für Journalisten unerlässlich, gibt es inzwischen digital. Und mit Browser-Erweiterungen kann man sie mühelos zu richtig guten Werkzeugen im Netz umwandeln. Deshalb heute: die drei wichtigsten Tools im Kurztest.

Die Idee der digitalen Notizbücher gibt es inzwischen schon einigermaßen lange. Was für Journalisten, die zunehmend mehr auch im Netz recherchieren, eine ziemlich praktische Sache ist. Trotzdem ist der Alltag häufig immer noch so: Man schickt sich selbst Mails oder fügt mühevoll via Copy&Paste Inhalte in irgendein Dokument ein. Mit zwei Browser-Erweiterungen lässt sich diese Arbeit erheblich vereinfachen.Beide sind kostenlos und denkbar einfach zu handhaben.

Der Platzhirsch: Evernote

Seit geraumer Zeit gibt es die Browser-Erweiterung von Evernote. Mit ihr lässt sich de facto alles „clippen“, was man irgendwo im Netz findet: Artikel, ganze Seiten – oder eben auch nur kleinere Elemente wie beispielsweise Fotos oder Videos. Kurz gesagt: Mit dem Clipper lässt sich das Netz komplett in Einzelteile zerlegen und in verschiedene Notizbücher einsortieren. Ebenfalls eine wichtige Funktion: das Tagging, mit dem sich diese Elemente diversen Themen zuordnen lassen.

Das ist, wenn man viel im Netz unterwegs ist, eine tatsächlich sehr angenehme Funktion. Und mittlerweile auch mit dem „echten“ Notizbuch vergleichbar. Dort legt man ja ebenfalls häufig nur Fragmente, kurze Gedanken oder Ausschnitte ab – und nicht gleich eine ganze Zeitung oder ein halbes Buch.

Die Erweiterung funktioniert denkbar einfach: Installieren und künftig jede Notiz in einem dazu gehörigen Notizbuch ablegen.

Die meisten Funktionen sind kostenlos; einige Pro-Funktionen müssen bezahlt werden. Der Durchschnitts-User kommt mit der Kostenlos-Variante aber sicher gut über die Runden. App für iOS und Android.

Im Netz: www.evernote.com

Der Newcomer: Keeeb

Keeeb funktioniert sehr ähnlich wie Evernote: eine kleine Erweiterung für den Browser, mit der man dann nach Belieben Boards anlegen kann. Keeeb eignet sich auch dann sehr gut, wenn man im Team arbeitet. Die Boards sind teilbar. Zudem gibt es eine Integration für MS Office und Google. Ähnlich wie bei Evernote ist die ursprüngliche Quelle in dem Board angegeben und kann dort via Link auch sofort wieder angesteuert werden. Gemacht wird Keeeb von einem deutschen Startup.

Keeeb ist vollständig kostenlos. Nachteil gegenüber Evernote und One Note: Momentan gibt es leider keine App.

Im Netz: www.keeeb.com

Das kostenpflichtige Notizbuch: OneNote

Der Vollständigkeit halber muss man auch Microsofts One Note und den dazugehörigen OneNote-Clipper erwähnen. Auch er beherrscht all die Dinge, die sowohl Evernote als auch Keeeb beherrschen. Vor allem also, auch einzelne Elemente aus Webseiten zu speichern und nicht immer gleich eine ganze Seite. One Note ist Bestandteil des kostenpflichtigen Office-Pakets von Microsoft. (Persönliche Anmerkung: Ich habe One Note zwar auf dem Rechner installiert, komme aber aus eher unerfindlichen Gründen damit nicht halb so gut klar wie mit Evernote. Das ist aber natürlich nur ein höchst subjektiver und durch nichts ersthaft zu begründeter Eindruck. Tatsächlich spricht nichts dagegen, OneNote zu verwenden, wenn man ohnehin schon MS Office nutzt.)

Im Netz: www.office365.com. App für iOS und Android.

Empfehlung: Was immer man will

Die Browser-Erweiterung und die Funktionalitäten der digitalen Notizbücher ähneln sich sehr. Einen klaren Testsieger, eine Empfehlung auszusprechen: fast unmöglich. Am Ende entscheiden der persönliche Geschmack und die individuellen Bedürfnisse. Wer gerne mit einer App auf einem Mobilgerät arbeiten will, wird Keeeb wahrscheinlich eher nicht in die Auswahl ziehen.

Und: Das Papier-Notizbuch ist für den schnellen Geistesblitz immer noch eine ziemlich gute Idee. Selbst wenn die Notizen-Funktionen bei Smartphones und aufRechnern inzwischen ebenfalls ziemlich gut sind.

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