Webvideos 13. Februar 2016

Video es euch gefällt…

by Christian Jakubetz

Immer öfter tauchen Videos im digital-journalistischen Alltag auf. Was allerdings auch bedeutet, dass sich Journalisten mehr und mehr Gedanken machen müssen, welches Format wo am besten funktioniert. Dabei geraten sogar bisher als unverrückbar gedachte Prinzipien ins Wackeln…

Es galt bis vor kurzem noch als eiserne Regel bei der Produktion von Videos: Bewegtbild wird grundsätzlich im Querformat aufgenommen.  Wer hochformatig filmt, outet sich bestenfalls als blutiger Anfänger. Inzwischen ändern sich die Dinge aber: In vielen sozialen Netzwerken ist inzwischen das Hochformat zum Standard geworden. Und nachdem das offenbar viele gar nicht mal so schlimm finden, ist jetzt die alte Debatte wieder entbrannt: Ist Hochformat nicht vielleicht doch ganz ok?

Eine endgültige Antwort auf die Frage nach dem richtigen Videoformat gibt es momentan mal wieder nicht. Am ehesten noch die: Kommt ganz auf den Anlass, den Kanal und das Endgerät an. Und womöglich wird man sogar darüber nachdenken müssen, ob man nicht ein und dasselbe Videos für mehrere Kanäle respektive Endgeräte ausspielt.

Eine Utopie? Bestimmt nicht. Es war in den Anfangstagen des Netzes keineswegs ungewöhnlich, ein Videos fürs Netz in drei Formaten auszuspielen, um potentiell alle Nutzer der am meisten verbreiteten Player erreichen zu können. Und: Die wie immer experimentier- und innovationsfreudige „New York Times“ hat es unlängst vorexerziert,  wie man ein Video in drei verschiedenen Formaten ausspielt, um den potenziell unterschiedlichen Geräten und Kanälen entgegenzukommen. Das Video der Seite ist hier zu finden – wer mag, kann den Vergleich auf Smartphone und Tablet machen und wird die Unterschiede sehen…

Hoch oder quer?

Es gibt also tatsächlich Geräte und Kanäle, bei denen hochformatige Videos zumindest eine gute Option sein können. Snapchat beispielsweise ist so ein Vertikal-Kanal – so wie man überhaupt darüber nachdenken kann, ob die potentielle Nutzungsform bei einem Smartphone nicht viel eher hoch- als querformatig ist. Potentiell kämen demnach drei verschiedene Seitenverhältnisse alleine für die Endgeräte in Frage:

  • 16:9 für „normale“ Player auf Webseiten etc.
  • 3:4 für Tablets
  • 9:16 für Smartphones.

Klar ist allerdings auch: Nicht viele Redaktionen und Journalisten haben die Ressourcen, in drei verschiedenen Formaten zu drehen. Trotzdem: Wenn man sich wirklich ernsthaft mit Bewegtbild im Netz auseinandersetzen will, muss man künftig mehr denn je wissen, welches Format auf welchem Kanal und welchem Gerät funktioniert.

Gut möglich, dass es dann irgendwann zum Standard wird, verschiedene Formate für verschiedene Kanäle zu drehen.

Comments 1
  • „(…) so wie man überhaupt darüber nachdenken kann, ob die potentielle Nutzungsform bei einem Smartphone nicht viel eher hoch- als querformatig ist.“

    Warum? Im Gegensatz zu meinem PC-Monitor lässt sich mein Smartphone ganz einfach um 90 Grad drehen. Das tue ich, wenn ich Videos im einzig menschenwürdigen Format schauen will (quer).

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