Software 16. September 2014

Storyteller: Erzähl es mir einfach!

by Christian Jakubetz

In ganz wenigen und einfachen Schritten zu einer multimedialen Reportage: Ein neues Tool ist die wohl bisher einfachste Lösung, die auf dem Markt ist. Kleiner Nachteil: Man benötigt eine komplette, neue WordPress-Installation dafür. Trotzdem: Ein Versuch lohnt sich für digital arbeitende Journalisten allemal.

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Multimediales Storytelling ist in aller Munde. Nicht nur wegen der Darstellungsform, sondern weil es inzwischen einige Tools gibt, mit denen aufwändige, multimediale Reportagen vergleichsweise einfach erstellt werden können. Der Regensburger Studentin Katharina Brunner ist noch einen Schritt weitergegangen: noch einfacher, dennoch genauso leistungsfähig lautet die grundsätzliche Idee hinter dem von ihr entwickelten Tool „Storyteller“. Das Prinzip dabei ist zunächst wie bei einer Slideshow: Jedes Element ist eine eigene Folie, die Folien werden dann wie bei einer solchen Slideshow einfach vorwärts und rückwärts geklickt. Dabei sind die Slides – und das ist das Besondere – wirklich multimedial. Soll heißen: Sie können nicht nur Fotos und Text darstellen, sondern auch Audios und Videos. Programmierkenntnisse benötigt man dafür nicht.

Allerdings: Ein paar Einschränkungen gibt es dann doch schon auch. Beispielsweise die, dass „Storyteller“ ausschließlich als komplette WordPress-Installatio  funktioniert. Das bedeutet nicht nur, dass man das Tool ausschließlich auf WordPress laufen lassen kann. Sondern auch, dass es sich dabei nicht um ein Plug-In handelt, dass man in eine bereits vorhandene Installation packen kann. Stattdessen ist „Storyteller“ sozusagen ein Gesamtpaket; ein Tool, das gleichzeitig auch ein Theme ist. Verwenden kann man also „Storyteller“ nur, wenn man ein vollständiges Theme mit dazu nimmt.

Trotzdem: Die prinzipielle Idee ist gut. Sie ist nicht nur für Journalisten einfach umzusetzen, sondern auch für den Nutzer intuitiv nachvollziehbar. Das Prinzip der Slideshow ist gelernt, es gibt keine komplexen Strukturen. Im Gegensatz zu einem Tool wie „Pageflow“ lohnt sich der Einsatz von „Storyteller“ auch dann, wenn man nur kürzere Geschichten erzählen will. Zudem verlangt „Storyteller“ keine vorgegebenen Strukturen wie beispielsweise Kapitel oder Unterseiten.

Wer also schnell und einfach multimediale Geschichten erzählen will, mit WordPress arbeitet und auch in Zukunft sich keine Programmierkenntnisse aneignen will, der ist mit „Storyteller“ sehr gut bedient.

Kurze Infos und den Link zum Download gibt es auf der Webseite von Katharina Brunner. Eine Übersicht darüber, was bei Multimedia-Reportagen gut funktioniert und was eher nicht – hier.

Comments 3
  • Vielen Dank für den Test! Freut mich, dass Storyteller gut angekommen ist 🙂

    Zur Sache mit der notwendigen, neuen Installation von WordPress: Mir war mir nicht klar, dass das ein Problem sein könnte. Es ist nun mal so, dass auf WordPress (und vielen anderen Content-Management-Systemen) nur ein Theme gleichzeitig laufen kann. Dazu kommt die vorgesehene Trennung von Design und Funktionalität, die ich bei Storyteller ohnehin schon sehr großzügig auslege. Die Sache vereinfachen könnte WordPress-Multisite, um Blog- und Storyteller-Installation gemeinsam zu verwalten (http://codex.wordpress.org/Create_A_Network).

    • Ich bin kein WP-Fachmann, deswegen meine ahnungslose Anmerkung 😉

      Ein Problem ist das natürlich nicht. Aber richtig perfekt wäre das – aus meiner bescheidenen User-Sicht – wenn man Storyteller einfach als Plug-In draufmachen könnte. Aber das schmälert nicht die gute Idee, die du hattest – Congrats!

  • Ich schau mal, was sich machen lässt 🙂

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