Social Media 8. Februar 2012

Vom Path der Tugend und zuviel Pinterest…

by Christian Jakubetz

Zwei soziale Netzwerke sind ins Gerede gekommen – und das, obwohl sie gerade eben noch als künftige Stars der Szene galten. Die einen, weil sie mal eben komplette Adressbücher austauschen. Die anderen, weil sie User-Links durch solche Links ersetzen, mit denen sie Geld verdienen könnten…

Es klang ja erstmal plausibel: In Zeiten, in denen sich Menschen miteinander „befreunden“, obwohl sie sich nur flüchtig oder gar nicht kennen, sollte es doch auch ein Netzwerk geben, das den echten Freunden vorbehalten ist. Kein öffentliches posten, kein jeder mit jedem, stattdessen: Beschränkung auf maximal 150 Freunde, App-basiert, keine Weböffentlichkeit. Das Netzwerk heißt „Path“ und gilt derzeit als ausgesprochen trendig. Weniger trendig und auch wenig privat ist allerdings das, was jetzt herausgekommen ist. „Path“ liest, einmal erst installiert, sämtliche Kontaktdaten aus, die auf dem Handy oder dem Tablet gespeichert sind. Diese Daten werden dann auf dem eigenen Server abgelegt. „Path“ hat dies inzwischen bestätigt und angekündigt, im nächsten Update der App eine Option einzubauen, mit der der User dieses automatische Auslesen verhindern kann.

Das möglicherweise trendigste Netzwerk momentan heißt „Pinterest“.  Es folgt weniger den bisherigen Ideen von Facebook und Co., sondern dient eher dazu, Inhalte zu kuratieren. Die Nutzer pinnen einfach per Mausklick Fotos von Webseiten in verschiedene Boards. Der User setzt also quasi einen Link auf die entsprechende Seite. „Pinterest“ allerdings wandelt diese Links um in so genannte „Affiliate Links“. Das ist grundsätzlich zwar erlaubt, allerdings wird dies dem User nicht offen gelegt. Er weiß also nicht, dass „Pinterest“ mit seinen gesetzten Links Geld verdient. In den letzten Tagen hatte es schon Debatten darüber gegeben, inwieweit das Einbinden fremder Fotos in einem Board gegen Urheberrechte verstoßen könnte.

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