Aktuell, Links oben 21. Februar 2011

Links oben: Sind wir nicht alle ein bisschen Wulff?

by Christian Jakubetz

Über Wulff schimpfen – und selbst Presserabatte in Anspruch nehmen: ein Widerspruch oder irgendwie doch ganz ok? Außerdem heute bei „Links oben“: Wie Unternehmen und Redaktionen bloggen sollten und warum eine Vereinbarung zwischen Fernsehsendern und Zeitungsverlagen vielleicht gar nicht funktioniert.

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Presseausweis - oder doch nur ein besseres Rabattkärtchen?

Über den gewesenen Bundespräsidenten haben wir uns alle ja nun ausreichend echauffiert. Über seine vielen kleinen Vorteile, die er anscheinend regelmäßig gerne mal in Anspruch genommen hat. Aber wie sieht das aus – mit uns selber? Sitzen wir nicht gerade im Glashaus und werfen fröhlich mit Steinen? Sebastian Matthes hat sich ein paar Gedanken in seinem Blog über das Thema „Journalisten und Presserabatte“ gemacht. Eine durchaus alte Diskussion, die aber immer wieder relevant ist.

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Bloggen – das kann man ganz für sich alleine. Schwieriger wird das, wenn man unter einem anderen Namen als dem eigenen bloggt. Beispielsweise für Redaktionen oder für Unternehmen. Was darf man, was soll man, was lässt man besser bleiben? Interessante Überlegungen dazu gibt es beim britischen „Guardian“. Interessant übrigens die Auffassung, was ein solches Blog nicht sein sollte: eine Ansammlung von Neuigkeiten, die schon auf der regulären Website standen – oder wenigstens dort stehen könnten.

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ARD und ZDF auf der einen, die deutschen Zeitungsverlage auf der anderen Seite: Wer darf eigentlich was im Netz? Die Verlage kritisieren insbesondere den ausgeprägten Hang der Sender, im Netz auch Textstücke zu veröffentlichen. Jetzt wollen die Kontrahenten eine Art freiwillige Vereinbarung schließen, nach der die Sender sich eindeutig auf die Berichterstattung mit Audios und Videos konzentrieren. Eine Art „vorauseilende Selbstverstümmelung“, findet der Medienjournalist Stefan Niggemeier. Seine Begründung: In einem hypermedialen Ding wie dem Netz sei es schlechterdings unmöglich, eine Trennung zwischen Text, Bild, Video und Audio vorzunehmen, ohne dabei dem Medium nicht ungerecht zu werden.

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