Links oben 1. Mai 2015

Links oben: Der erste Livestreaming-Moment

by Christian Jakubetz

Mit Livestreaming kann man doch Journalismus machen, vor Facebook sollte man sich in acht nehmen und mit E-Paper kann man zwar Wachstum erzielen, aber nicht rasend viel Geld verdienen – das alles heute bei „Links oben“.

Jetzt also Livestreaming: Nach dem Hype um Meerkat und Periscope tauchte zwangsläufig auch die Frage auf, was genau man damit jetzt streamen will. Ein reiner Selbstzweck soll das ja nicht sein und Streams um die Welt zu schicke, die niemand sehen mag, ist ja auch nur von eingeschränktem Wert. Wie das durchaus sinnvoll und journalistisch einwandfrei funktionieren kann, hat jetzt (einmal mehr) der „Guardian“ vorgemacht, der einen Reporter die Unruhen in Baltimore erst streamen ließ und anschließend daraus einen zusammenfassenden Beitrag baute. Möglicherweise ist ja genau das dieser eine Moment, der zeigt, was man aus einem Kanal machen kann. Twitter war ja ursprünglich auch mal eher als Quatsch-Medium verschrien. Über die Sinnhaftigkeit von Hochformat-Videos kann man ja dann immer noch streiten.

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Aber machen, mal bewusst zugespitzt gefragt, all diese Bemühungen um einen neuen, digitalen Journalismus überhaupt noch Sinn, wenn gleichzeitig die digitalen Riesen immer riesiger werden? „Facebook is eating the Internet“, schreibt „The Atlantic“ – und man muss leider kein allzu großer Pessimist sein, um dieser These leise seufzend zuzustimmen.

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In der Gegenwart beschäftigen sich aktuell aber immer noch eine Menge Verlage mit dem Medium E-Paper, bei dem sie nach wie vor steigende Umsätze und reichlich Luft nach oben vermuten. Das ist grundsätzlich zwar richtig, aber eben irgendwie auch relativ: Eine E-Paper-Auflage von 8000 reicht aus, um unter die Top 20 in Deutschland zu kommen. Rechnet man wirklich die harte E-Paper-Auflage aus, ist diese Zahl nochmals deutlich geringer. Luft nach oben also ja – aber das Segment, von dem wir da sprechen, ist immer noch vergleichsweise klein.

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