Links oben 1. November 2014

Links oben: Der gefilterte Journalismus

by Christian Jakubetz

Reden wir über Veränderung: über das mögliche Ende von klassischen Nachrichtenseiten, über die Bedeutung sozialer Netzwerke und darüber, wie Facebook den Journalismus verändern könnte.

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Seit 20 Jahren gibt es numehr „Spiegel Online“ – unbestritten bis zum heutigen Tag eine Erfolgsgeschichte. Eine, die allerdings an ihr Ende kommen könnte, glaubt Lutz Meier bei „stern.de“: „Gleichzeitig aber sind die Spiegel-Online-Macher seit langem zu Gefangenen ihrer eigenen Art von Journalismus geworden: Getrieben von dem Zwang, jedem Ereignis im Stundentakt einen neuen Dreh zu geben, Ereignisse auch im Ereignislosen zu konstruieren und noch den abwägendsten Kommentar, noch die am sensibelsten recherchierte Geschichte zu verkaufen, als müsse ihretwegen die Welt in ihrem Lauf stocken. Es ist eine Redaktion, die sich selbst gefangengenommen hat. Sie könnte guten Journalismus liefern, aber sie muss sich gleichzeitig auf die Jagd nach dem schnellen Klick begeben.“

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Dagegen sind die sozialen Netzwerke längst fester Bestandteil des medialen Lebens der Deutschen geworden, sowohl privat als auch beruflich. Kein Wunder, dass immer mehr von ihnen sich auch nicht mehr vorstellen können, auf diese Netzwerke zu verzichten. Facebook hat bei der privaten Nutzung die Nase vorne, Xing bei der beruflichen, hat jetzt eine Studie ergeben.

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Dabei ist speziell Facebook schon lange nicht mehr nur ein privates Netzwerk – auch Journalisten kommen daran schlichtweg nicht mehr vorbei. Die große Entbündelung des Journalismus hat begonnen, schreibt die New York Times: „It is a world of fragments, filtered by code and delivered on demand. For news organizations, said Cory Haik, senior editor for digital news at The Washington Post, the shift represents “the great unbundling” of journalism.“

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