Aktuell 4. Oktober 2012

Eine Rüge für den Presserat

by Christian Jakubetz

Das darf man dann wohl kurios nennen: Der Presserat, sonst eher für das Rügen und Mahnen zuständig, hat eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das Gremium hatte zuvor das Magazin „Brand eins“ getadelt – nicht ganz zurecht, wie sich jetzt herausstellt.

Vom Presserat zu Unrecht gerügt: eine Beilage der „Brand Eins“.

Auslöser des ungewöhnlichen Vorgangs ist eine Rüge, die der Presserat dem Magazin vergangene Woche erteilt hatte. Es ging um eine Publikation mit dem Untertitel „Ein Magazin über die Pharmaindustrie.“ Dieses Magazin lag der Brand Eins bei – und für den Presserat war klar: Damit ist die gebotene Trennung zwischen Redaktion und Werbung nicht eingehalten. Der Presserat schrieb zudem: “ „Es handelte sich jedoch um eine Auftragsproduktion, die von einem Verband finanziert wurde. Das Gremium ging davon aus, dass dessen Interessen Einfluss auf die Grundrichtung des Heftes genommen haben. Durch diese Art von Publikation und das dahinter stehende Geschäftsmodell gerät die Glaubwürdigkeit der Presse in Gefahr.“

Das wollte das Magazin nicht auf sich sitzen lassen. Zurecht, wie sich jetzt herausgestellt hat. Das Magazin wurde von einer Tochter des Verlags hergestellt, die Redaktion von „Brand Eins“ hatte damit nichts zu tun. Der Presserat hat dies inzwischen eingeräumt, eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich generell zudem zu einer Schadensersatzleistung bereiterklärt.

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