Aktuell, Links oben 7. September 2012

Links oben: Wenig Geld regiert die Welt

by Christian Jakubetz

Journalisten gehören im Regelfall nicht gerade zu den Topverdienern im Land. In der Schweiz hat das jetzt zu eigenartigen Auswüchsen geführt. Und trotzdem, es gibt immer noch junge Leute, die mit Begeisterung in diesen Beruf drängen. Was das alles miteinander zu tun hat – heute in Links oben.

Vermutlich muss man das als Realität anerkennen: Journalismus ist leider kein Beruf mehr, mit dem man per se wenigstens ein bisschen reich wird. Im Gegenteil: Immer öfter kommen Journalisten auf Einkommen, die sie auf eine ähnliche soziale Stufe stellen wie diejenigen, über die sie immer wieder mal etwas niederschmetternde Reportagen verfassen. Zu diesem dann insgesamt doch eher unerfreulichen Ergebnis kommen Volker Lilienthal und Thomas Schnedler in einer Bestandsaufnahme. 2300 Euro verdient demnach der deutsche Journalist jeden Monat. Die Autoren räumen allerdings auch ein, dass vor allem Freiberufler und junge Journalisten sehr häufig unter diesem ohnehin nicht gerade grandiosen Einkommen liegen.

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In diesem Zusammenhang passt da auch eine Geschichte leider ins Bild, die in der Schweiz in den letzten Tagen für Aufsehen gesorgt hat. Dort ließen sich Journalisten mit einigen Zuwendungen in Briefumschlägen zur Teilnahme an Pressekonferenzen bewegen. Kein Fall von Bestechung, aber natürlich ein glatter Verstoß gegen alle Formen von Berufsethos. Immerhin aber ist in der Schweiz jetzt eine Debatte in Gang gekommen, die momentan u.a. auch die Forderung hervorgebracht hat, Journalisten besser zu bezahlen. Weil ansonsten gelte: „Die Medienhäuser sägen sich den Ast ab, auf dem sie sitzen.“

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Trotzdem gibt es gottlob immer noch junge Menschen, die in diesen ja dann doch sehr schönen Beruf des Journalisten wollen. Und einige machen dieses Job schon jetzt sehr, sehr gut. Das „Medium Magazin“ hat wie jedes Jahr jetzt wieder „30 unter 30“ nominiert; 30 junge Journalisten, die der Redaktion aufgefallen sind. Wer das in diesem Jahr ist, findet sich vorab hier.

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