Social Media 10. November 2011

Zeitungen – am liebsten zwitschern sie

by Christian Jakubetz

Facebook, Google +, StudiVZ? Wenn es um die Präsenz in sozialen Netzen geht, haben Deutschlands Tageszeitungen eine überraschende Vorliebe. Mit Twitter wählen sie bevorzugt das schnellste und präziseste Netz aus, um ihren Nutzern auch über soziale Medien ihre Inhalte nahezubringen.

Das geht aus einer neuen Studie des BDZV hervor. Über 70 Prozent sind nach deren Ergebnissen in einem sozialen Netzwerk aktiv vertreten. Davon geben 92 Prozent an, mindestens einen Twitter-Account zu haben, nicht wenige nutzen mit diversen Redaktionen und Ressorts auch mehrere Accounts. So hat alleine die „Welt“ 16 verschiedene Twitter-Acoounts und zwölf Facebook-Profile eingerichtet. Mit deutlichem Abstand dahinter kommt bei den Aktivitäten der deutschen Tageszeitungen Facebook. Der Studie zufolge verfügen 60 Prozent der Blätter mit Social-Media-Aktivitäten über eine Facebook-Seite. Die in den letzten Jahren stark zurück gegangene Bedeutung der einstmals dominierenden VZ-Seiten aus dem Holtzbrinck-Verlag spiegelt sich auch in der Frequentierung durch die Tageszeitungen wieder: Nur 30 Prozent sind dort vertreten. YouTube als Videoplattform spielt naturgemäß eine geringere Rolle. Allerdings: Angesichts der häufig betonten Bedeutung von bewegtem Bild ist eine Nutzung durch gerade mal 11 Pozent der aktiven Redaktionen dann doch eine erstaunlich geringe Zahl. Nimmt man dann noch die Zahl der Zeitungen hinzu, die gar keine Social-Media-Aktivitäten haben, sinkt der Anteil der bei YouTube aktiven deutschen Blätter vermutlich in einen einstelligen Bereich. Speziell beim Thema eigenes Bewegtbild sind die Aktivitäten der Redaktionen also anscheinend überschaubar – zumindest in den sozialen Netzen.

Die Ziele, die Zeitungen mit ihren Aktivitäten verfolgen, sind eindeutig.  Glatte hundert Prozent der Befragten wollen demnach Traffic für die eigenen Webangebote generieren. Weitere Ziele in Größenordnungen von knapp über oder unter 90 Prozent der Befragten: Imagepflege, Kundenbindung und Kundengewinnung. Bei der Bewertung der Ergebnisse gibt es einen eklatanten Unterschied zwischen externen Angeboten und eigenen Plattformen. Social Media funktioniert demnach auf Fremd-Seiten wie Facebook erheblich besser. 50 Prozent bezeichnen sich mit den Resultaten auf externen Seiten wenigstens als zufrieden, den Anteil derer, die mit „unzufrieden“ antworten, beträgt 30 Prozent. Fragt man hingegen ab, wie die Aktivitäten auf eigenen Social-Media-Plattformen laufen, sagen erstaunliche 45 Prozent, dass sie „unzufrieden“ sind.

 

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