Aktuell 8. November 2011

Diekmann: Bild dir deine Marke

by Christian Jakubetz

„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann glaubt weiterhin an eine Zukunft für Bezahlinhalte im Netz. Bei den Medientagen in Passau sagte Diekmann, guter Journalismus koste nun mal Geld und sein nicht kostenlos zu haben. Was die Arbeitsweise seiner Zeitung angeht, sprach Diekmann von extremen Veränderungen in den redaktionellen Abläufen. Print und Online seien inzwischen fest miteinander verknüpft.

Sieht die "Bild"-Zukunft auf allen Kanälen: Kai Diekmann
Sieht die "Bild"-Zukunft auf allen Kanälen: Kai Diekmann

Daneben kündigte der „Bild“-Chefredakteur die Gründung einer eigenen Community an. In ihr sieht Diekmann, dessen Blatt nach seinen Angaben jeden Tag rund 20 Millionen Menschen erreicht, enormes Potential. Auch die Einbindung von so genannten Leserreportern soll über diese Community verstärkt werden. Unsere 20 Millionen Leser und Nutzer sind potentielle Reporter, die im Leben stehen und Augen und Ohren offen halten“, sagt Diekmann.

Der Kritik an seinem Blatt begegnet Diekmann in Passau gewohnt entspannt. Die Frage einer Studentin, ob er sich morgens im Spiegel ansehen könne, beantwortet er mit einem „nein“ — er sei sich nicht sicher, ob sein neuer Bart eine gute Idee gewesen sei. Auch bei einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ lässt sich der „Bild“-Chef nicht aus der Ruhe bringen und gibt seine Antworten, die man seit Jahren von ihm kennt:  Wer Anstöße geben wolle, müssen manchmal auch anstößig sein, die anderen machten inzwischen mehr Boulevard als „Bild“. Routiniert, aber doch dafür ausreichend, nicht wirklich ins Schwimmen zu geraten.

Was die Zukunft angeht, kündigt Diekmann noch nichts wirklich konkretes an. Zumindest aber lässt er wissen, dass sie sich bei „Bild“ Gedanken machen darüber, was wohl passieren wird, wenn es Google TV zu einem echten Massenprodukt schaffen wird. Ob und wie „Bild“ dann dabei sein wird, verrät er natürlich nicht. Wohl aber, dass „Bild“ auf ihrem Weg zur multimedialen Marke nicht bei den Kanälen Print und Interner halt machen wird.

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