Aktuell 6. November 2017

Zencastr: Das Ministudio für Podcasts

by Christian Jakubetz

Podcasts aufnehmen, wenn der Gesprächspartner weit weg ist und man nicht mal eben ein Studio buchen kann? Mit der Software „Zencastr“ wird das möglich. Und das ohne Installationen, hohe Kosten und großen techischen Aufwand.

Zencastr

Wie funktioniert das?

Extrem einfach. Und vor allem: Ganz ohne Downloads und ohne Installationen. „Zencastr“ läuft browserbasiert, man braucht also lediglich halbwegs stabiles Netz. Und einen der gängigen Browser, „Zencastr“ selbst empfiehlt vor allem „Firefox“ und „Chrome“.

Nachdem man sich ein neues Projekt angelegt hat, kann man Gäste einladen. Das geschieht mit einem simplen Link, den man per Mail verschicken kann. Über den Link können der Gast bzw. die Gäste sich in das laufende Projekt einloggen. Dann „Aufnahme“ klicken – und schon geht´s los.

Aufgenommen werden einzelne Tonspuren. Diese können dann entweder als einzelne Spuren an einen Speicherort der eigenen Wahl (wie beispielsweise Dropbox) geschickt werden. Oder man lässt gleich eine eigene automatische Postproduktion anfertigen. Ab da wird es aber kostenpflichtig. Alle Projekte bleiben gespeichert, so dass man jederzeit Zugriff auf die Dateien hat.

Ebenfalls enthalten: eine Chatfunktion und eine Funktion, mit der sich Fußnoten an den einzelnen Spuren anbringen lassen.

Lässt sich das Ergebnis hören?

Ja, in jedem Fall. Vorausgesetzt, man hat stabiles Netz, kommt man mit Zencastr zu deutlich besseren Ergebnissen als beispielsweise mit Skype. Hier im eigenen Test gab es den einen oder anderen kleinen Aussetzer – aber gut möglich, dass das am Netz lag. Aber ansonsten: glasklare Aufnahmen, die sich mehr danach anhören, dass sich alle in einem Raum befinden – und nicht nach Telefongespräch.

Was kostet Zencastr?

Grundsätzlich ist die Nutzung (bisher) kostenlos. Nur, wenn man sich einen Podcast von der Software postproduzieren lassen will, fallen Kosten an. Sie staffeln sich nach Länge. Das Gute daran: Einmal gekaufte Postproduktions-Minuten verfallen nicht. Wer trotzdem erst mal ausprobieren will, kann alle Produktionsschritte mit der Software machen, müsste sich dann aber die einzelnen Spuren einzeln runterladen und bearbeiten. Was bei einem Interview oder womöglich sogar einem Gespräch mit mehreren Gästen eine ziemlich mühsame Sache wäre.

Daumen rauf oder runter?

Daumen rauf! Natürlich kann ein solches Tool in der Sprachqualität nicht mit einem echten Studio konkurrieren. Aber oft genug sitzen interessante Gesprächspartner halt nun mal etwas weiter entfernt. Zu weit, um mal eben für eine halbe Stunde dort hinzufahren. Und vor allem kleinere Redaktionen oder freie Journalisten haben nun mal nicht die Möglichkeit, mal eben irgendwo ein Studio mit seinen ganzen Finessen zu buchen.

Genau für solche Gelegenheiten ist „Zencastr“ eine wirklich gute Alternative, zumal der Gesprächspartner nichts installiert haben muss. Einfacher Anmeldelink reicht, einfacher geht´s nicht.

Weiterer Vorteil: Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Wer will, kann mit einem Schnittprogramm noch nachbearbeiten. Aber grundsätzlich kann man sich die Software so konfigurieren, dass nicht mal mehr das notwendig ist.

(www.zencastr.com)

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