Aktuell 18. Mai 2017

Das Multimedia-Equipment – in Retro!

by Christian Jakubetz

Vor kurzem mal den Keller ausgeräumt – und was da zutage kam, das war nicht nur amüsant. Sondern bei genauerem Hinschauen auch ein Beleg dafür, wie rasant sich im digitalen Zeitalter nicht nur der Journalismus ändert, sondern auch die Technik. Und auch ein deutlicher Hinweis darauf, wie sehr Journalisten immer neu lernen müssen, wollen sie auf der Höhe der Zeit bleiben.

Deswegen heute: die grundsätzlich ziemlich beliebten Tipps für Multimedia-Equipment, nochmal zurückgedreht. Und zum Verinnerlichen: Kein Gerät ist älter als zehn Jahre, alle sind nach wie vor voll gebrauchsfähig und sofort wieder einsatzbereit. Aber so ist das eben inzwischen: Da liegt Equipment für rund 1500 Euro im Keller, weil es absolut keinen Sinn mehr machen würde, es zu verwenden…und weil es de facto von einem einzigen Gerät potenziell ersetzt wurde. Einem Smartphone, das nur einen kleinen Teil dessen kostet, was dieses Equipment mal wert war.

Videos leichtgemacht: die Flip

Die Flip ist ein kompaktes Gerät – so groß wie eine Zigarettenschachtel, dennoch enorm vielseitig. Sie nimmt Videos in HD auf und macht auch ordentliche Fotos. Das Besondere daran: Selbst wenn man sich nicht so sehr mit den Feinheiten des Videodrehens auseinandersetzen will, ist sie denkbar einfach zu handeln: just point and shoot. Kein Weißabgleich, keine Scharfstellung, keine Brennweiten – die Flip ist nach einem Knopfdruck einsatzbereit. Alle Flip-Camcorder sind mit einem eingebauten Lautsprecher, Stereo-Mikrofon, USB-Stecker und einem Fixfokus-Objektiv ausgestattet. Sie verfügen über integrierte Speicher, eine Erweiterung per Speicherkarte ist nicht vorgesehen.

Auf allen Kameras ist die zum Übertragen, Speichern, Bearbeiten und Hochladen ins Internet erforderliche Software „FlipShare“ vorinstalliert. Sie startet automatisch, wenn die Kamera per integriertem USB-Arm an einen PC oder Mac angeschlossen wird. Ein Gerät, das Journalisten eigentlich als Equipment für Videos immer in der Tasche haben müssen, so kompakt und leicht ist es.

(Wie die Geschichte weiterging, aus der Wikipedia: „Im April 2011 gab Cisco bekannt, seine Camcordersparte und damit auch die Flip-Produkte einzustellen“.

Videos für Fortgeschrittene: der Sony Camcorder

Wer es dann doch etwas größer und hochwertiger mag: Der Sony Camcorder HDR-UX7 bringt es inzwischen auf eine Auflösung von 6,1 Millionen Pixel. Die Bänder lassen sich via USB auf den Rechner spielen und dann nach erfolgter Digitalisierung unmittelbar bearbeiten. Einstellen lässt sich die Sony wahlweise automatisch oder manuell. Bei einem Gewicht von gerade mal 600 Gramm lässt sich die Kamera auch gut mobil einsetzen. Bei einem Preis von rund 800 Euro lässt sich Sony das Produkt allerdings auch gut bezahlen.

(Wie die Geschichte weiterging, aktuelle Statusmeldung bei Amazon: „Derzeit nicht verfügbar. Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.“)

Audio für Profis: Zoom H4

Natürlich haben sowohl die Flip als auch die große Sony einen entscheidenden Nachteil: Der damit aufgenommene Ton ist bestenfalls für Hobby-Aufnahmen zu gebrauchen. Oder aber für Schnittbilder, die man dann nachvertont. Und überhaupt, wer multimedial arbeiten will, der braucht auch eine vernünftige Audioausstattung. Das Zoom H4 ist ein Aufnahmegerät, mit dem man tatsächlich annähernd Studioqualität erzielt, ohne schweres Gerät mit sich rumtragen zu müssen. Das hat allerdings seinen Preis: knapp 300 Euro.

(Wie die Geschichte weiterging: Zoom baut immer noch gute Digital-Aufnahmegeräte. Das H4 heißt inzwischen H4N und kostet auch „nur“ noch 229 Euro. Empfehlenswert als Backup sind solche Kisten auch dann, wenn man sein Smartphone via externes Mic zum Aufnahmegerät umfunktioniert hat).

Mikro für den guten Ton

Natürlich kann man mittlerweile auch – wenn wir schon dabei sind – das Smartphone oder das Tablet mit einem externen Mikro aufrüsten. Das iRig beispielsweise liefert eine anständige Qualität für einen vergleichsweise günstigen Preis (ca. 50 Euro). Noch ein Stück entfernt von Studio-Qualitäten – aber immer noch weitaus besser als die eingebauten Mikros.

(Wie die Geschichte weiterging: Das iRig bekommt man immer noch zu diesem Preis. Wenn man ein bisschen bessere Qualität haben will, empfiehlt sich das Nachfolge-Modell iRig Multimedia HD).

Das Buch zum Thema

Und noch ein bisschen Werbung in eigener Sache: Wer wissen will, wie man mit dem ganzen Kram umgeht, dem lege ich gerne mein Buch „Crossmedia“ ans Herz.

(Wie die Geschichte weiterging: „Crossmedia“ kann man zwar immer noch kaufen, aber sehr viel emfehlenswerter ist „Universalcode2020“. Schon alleine deswegen, weil das Buch mit dem Erscheinungsjahr 2016 deutlich aktueller ist).

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