Digitales Leben, Medienwandel 6. März 2017

Fake News: Suche nach dem richtigen Umgang

by Christian Jakubetz

Vermutlich wird es niemand mehr geben, der ernsthaft abstreitet, dass diese Sache mit den Fake News eine ernste ist. Noch dazu, wo wir gerade in Deutschland mitten in den ersten Ausläufern eines sich verschärfenden Wahlkampfs stecken und man ja mittlerweile nicht mal mehr so genau weiß, ob hinter allem nicht doch die Russen…aber lassen wir das.Bleibt trotzdem die Frage, wie Medien m diesem Thema umgehen.

Fake News
Ein Fall aus diesem Jahr: Renate Künast soll gegenüber der SZ gesagt haben, dass ein mutmaßlicher Mörder einfach nur traumatisiert gewesen sei. Der natürlich gefakte Beitrag wird innerhalb kürzester Zeit tausende Male geteilt und kommentiert.

Eine „Putztruppe“, so nennt der „Tagesspiegel“ in Berlin eine Verifikations-Einheit, die der BR in München gerade aufbaut. Ziel des Ganzen (natürlich): Fake News schon erkennen, bevor sie in Umlauf geraten. Und falls sie schon im Umlauf sind, belegen und dokumentieren, was genau daran falsch ist. Klingt logisch – und außerdem, was soll man schon anderes machen?

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Das allerdings geschehe nicht ohne Eigennutz, schreibt der notorische ARD-ZDF-Kritiker Michael Hanfeld in der FAZ: „Dass sie dabei mit ihren Online- und Mobilangeboten auch immer presseähnlicher werden und der nicht per Zwangsabgabe finanzierten, unabhängigen und staatsfernen Presse das Geschäft erschweren, versteht sich hingegen nicht von selbst und lässt sich auch nicht mit dem Hinweis erledigen, man sei in Sachen Fake News-Abwehr unschlagbar. Das ist eine durchsichtige Masche. Oder sollen wir sagen eine „postfaktische“?“ Den Schlenker von Fake News auf die Debatte, was ARD und ZDF im Netz machen dürfen, muss man indessen auch erstmal hinbekommen…

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Aus der Sicht des Auslands sind die deutschen Medienunternehmen ohnehin ein bisschen arg zögerlich, wenn es darum geht, den Kampf gegen die Fälscher aufzunehmen: „With elections looming in France, Holland and Germany next year, the specter of fake news, propaganda and nationalist hate speech looms large. But German publishers are sitting it out.“ Tenor der Geschichte: Zwar sei jedem die Problematik bewusst, dennoch fände sich bisher kein deutsches Medienunternehmen bereit, mit Facebook zusammenzuarbeiten.

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