Digitales Leben 24. Oktober 2016

Snapchat, der nette Riese

by Christian Jakubetz

Vorbei die Zeiten, in denen Snapchat der nette, kleine Außenseiter im Social-Media-Rennen war. Inzwischen ist das Ding groß geworden. So groß, dass man auf der einen Seite Bedingungen diktieren kann. Und dass man, Kehrseite der Medaille, hemmungslos kopiert wird. Außerdem in der heutigen Netzlese: Der nagelneue Mediennutzer, wie man ihn in den USA ermittelt hat.

img_1901 Snapchat Discover
Snapchat wird immer mehr zum Medienriesen. Das merken die Kunden genauso wie das Unternehmen selbst…

So ist das, wenn man langsam mal größer wird: Der aktuelle Medien-Darling Snapchat lässt gerade zum ersten Mal die Muskeln spielen und zeigt seine gestiegene Marktmacht. Wer bisher in der „Discover“-Sektion vertreten war, bekam für die Werbeerlöse das, was Sales-Leute so cool einen „Share“ nennen. Doch mit dem Teilen ist es vorbei. Künftig zahlt Snapchat einen Fixpreis, der Rest geht an das Unternehmen. Finden die meisten Betroffenen nur so mitteltoll, müssen sich aber aus einem simplen Grund fügen: „They have the advantage“.

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Aber natürlich sind damit die Zeiten vorbei, in denen Snapchat als eine Art netter Außenseiter sein Geschäft betreiben konnte, ohne dass sich die Etablierten großartig wundern würden. Im Gegenteil: Inzwischen sind auch die copy cats unterwegs, die sich mal eben bedienen bei Ideen und Formaten. Die „Stories“ beispielsweise haben inzwischen ihren Eingang gefunden in die Formate mehrerer Netzwerke.  Instagram machte unlängst den Anfang und imitierte die „Stories“ ziemlich ungeniert. Dafür aber umso erfolgreicher: Mittlerweile hat man mit rund 100 Millionen Stories-Nutzern beinahe schon aufgeschlossen zu Snapchat…

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Aber klar, alles kein Wunder, dass man irgendwie versucht, so viele neue Erzählformen wie nur möglich zu entwickeln. Weil die alten ja nur noch eingeschränkt funktionieren und wir es am Ende mit einem nagelneuen Mediennutzer zu tun haben werden. Aber wie sieht der eigentlich aus? In den USA ist ein umfangreicher Report erschienen, der einiges an Rückschlüssen zulässt. Interessant dabei: Wenn es um klassischen News-Journalismus geht, dann leiden TV und Radio deutlich weniger unter der Digitalisierung als es gedruckte Zeitungen tun.

 

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