Social Media 21. Oktober 2016

Social Media: Zwischen Theorie und Praxis

by Christian Jakubetz

Zwischen Theorie und Praxis:Theoretisch wollen Unternehmen und PR natürlich in den sozialen Netzwerken punkten. In der Praxis zeigt sich allerdings häufig: Wenn es darum geht, dafür auch ordentlich Geld auszugeben, ist es mit dem Vorsatz schnell wieder vorbei.

(Foto: Sean MacEntee/Flickr.vom, created under Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode)
Unbestritten ist bei den meisten, dass man im sozialen Netz vertreten sein muss. Aber wie? Die richtige Strategie wird oft noch gesucht…(Foto: Sean MacEntee/Flickr.vom, created under Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode)

Je länger Unternehmen in den Sozialen Medien aktiv sind, umso besser erreichen sie ihre dafür selbstgesetzten Ziele. So zum Beispiel, wenn es darum geht, die Bekanntheit ihres Unternehmens zu steigern oder die eigene Marke zu stärken: Unter PR-Profis mit diesen Zielen, die für Unternehmen arbeiten, die erst seit weniger als einem Jahr im Web 2.0 aktiv sind, geben rund sechs von zehn an, dass sie diese voll oder teilweise erreicht haben. Bei Firmen, die bereits fünf Jahre oder länger Social Media einsetzten, sind es hingegen rund neun von zehn. Wenn die Web-2.0-Aktivitäten scheitern, sind die Gründe dafür meist zu wenig Personal und ein zu geringes Budget. Das zeigt der Social-Media-Trendmonitor „Social Media: Kommunikation, Strategie, Ziele“ der Kommunikationsberatung Faktenkontor und der dpa-Tochter news aktuell, für den 640 Mitarbeiter aus PR-Agenturen und Pressestellen befragt wurden.

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Am größten ist dieser Erfahrungs-Vorsprung bei Unternehmen, die über das Web Impulse von ihren Kunden für die Produktentwicklung gewinnen wollen. Hier geben nur ein Viertel der Befragten mit weniger als einem Jahr Social-Media-Aktivität an, dieses Ziel voll oder teilweise erreicht zu haben. Unter den „alten Hasen“ mit fünf oder mehr Jahren Erfahrung liegt diese Quote bei 77 Prozent – satte 52 Prozentpunkte mehr.

Ähnlich groß ist der Unterschied bei Firmen, die über das Social Web ihren Kundenservice verbessern wollen: Hier springt die Erfolgsquote von 42 Prozent bei den „Frischlingen“ um 48 Punkte auf 90 Prozent bei den Erfahrensten.

Während Erfahrung den Erfolg steigert, wird er durch einen mangelnden Einsatz von Geld und Personal ausgebremst. Unter den Pressestellen aus Unternehmen, die ihre Social-Media-Ziele bislang nicht erreicht haben, geben 59 Prozent der Befragten fehlende Mitarbeiterkapazitäten als Ursache an. 36 Prozent sagen, dass ihnen das Budget fehle.

Dieser Geiz behindert nicht nur den Erfolg in den Unternehmen, die im Web 2.0 aktiv sind. Er hält Firmen auch davon ab, überhaupt Social Media zu nutzen. Rund zwei Drittel der befragten Mitarbeiter aus Unternehmen, die noch keine Sozialen Medien einsetzten, begründen dies mit fehlenden Mitarbeiterkapazitäten. Und unter Befragten aus PR-Agenturen, deren größter Kunde bisher auf Social Media verzichten, geben 62 Prozent als Grund an, dass das Budget dafür fehle.

Auch Social-Media-Strategien sind eher selten

In der deutschen Wirtschaft verzichtet kaum ein Unternehmen mehr auf Soziale Medien. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Unternehmenspressestellen und PR-Agenturen: 92 Prozent der befragten Mitarbeiter aus Pressestellen geben an, dass ihr Unternehmen über Social Media kommuniziert. Das gleiche gilt für die größten Kunden von 86 Prozent der PR-Profis in Agenturen. Trotzdem erfolgt der Einsatz in den meisten Unternehmen planlos, denn nur eine Minderheit verfügt tatsächlich über eine Social-Media-Strategie. Das zeigt der Social-Media-Trendmonitor „Social Media: Kommunikation, Strategie, Ziele“ der Kommunikationsberatung Faktenkontor und der dpa-Tochter news aktuell, für den 640 Mitarbeiter aus PR-Agenturen und Pressestellen befragt wurden.

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Eine Social-Media-Strategie ist zwingend erforderlich. Diese Einschätzung vertreten 56 Prozent der befragten Mitarbeiter aus Pressestellen und 69 Prozent der Experten aus PR-Agenturen. Trotzdem geht nur eine Minderheit tatsächlich planvoll vor: Lediglich rund vier von zehn Befragten aus Pressestellen, bei denen Soziale Medien zum Einsatz kommen, geben an, dass ihr Unternehmen über eine ausformulierte Social-Media-Strategie verfügt. Gleiches gilt für die Mitarbeiter von PR-Agenturen und ihre größten Kunden.

Selbst unter den Pressestellen-Mitarbeitern aus Unternehmen, die bereits fünf Jahre oder länger in den Sozialen Medien aktiv sind, verfügt erst die Hälfte über eine Social-Media-Strategie. Besonders schwach fällt das Bild bei Verwaltungen und Verbänden aus: Hier geht mit 32 Prozent nicht mal ein Drittel planvoll vor.

Ein kleiner Silberstreif: Immerhin zeichnet sich ein Aufwärtstrend hin zu einem professionelleren Einsatz ab. 69 Prozent der Mitarbeiter aus Pressestellen von Unternehmen, die in den Sozialen Medien bislang ohne Strategie aktiv sind, bestätigen, dass so eine Social-Media-Strategie bei ihnen derzeit entwickelt wird oder diese Entwicklung demnächst angegangen werden soll. Und unter den Unternehmen, die bereits über eine ausformulierte Social-Media-Strategie verfügen, geben 64 Prozent der Pressestellen-Mitarbeiter an, dass sie auch erst in den letzten drei Jahren entwickelt wurde.

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