Links oben 8. März 2015

Links oben: Medien in Moll

by Christian Jakubetz

Beziehungskrisen, schlechter werdende Rahmenbedingungen und nur mäßig gute öffentlich-rechtliche Gehversuche bei Youtube – die heutige Ausgabe von „Links oben“ ist eher von Molltönen geprägt…

16285778699_c928a3124d_z
Geflügeltes Wort: Lügenpresse (Foto: Jakubetz)

 

Ach ja, diese Sache mit der „Lügenpresse“. Spätestens seit der inzwischen auch schon wieder abgeklungenen Hysterie um „Pegida“ muss man trotzdem eingestehen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Publikum  und Journalisten schon mal irgendwie besser war. Mit dieser kleinen Beziehungskrise beschäftigt sich auch der „Journalist“, der vor allem Journalisten zu Wort kommen lässt, bei denen die Kommunikation mit dem Leser fester Bestandteil der Stellenbeschreibung ist. Ändert aber nichts daran, dass der „Journalist“ am Ende zu der Erkenntnis kommt, dass der Beziehungsstatus, frei nach Facebook, kompliziert sei.

***

Dabei geht es ja mittlerweile schon gar nicht mehr um das schwierige Verhältnis zum Publikum. Ganz generell sind die Rahmenbedingungen in der Branche leider nicht mehr so gut, als dass das nicht auch Auswirkungen auf die Arbeit von Journalisten hätte. In der Schweiz gibt es derzeit eine Studie, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Und leider zu unschönen Ergebnissen kommt: „Insgesamt sind die Journalistinnen und Journalisten mit ihren Zeitressourcen eher wenig zufrieden. Die qualitativen Vorstudien deuten darauf hin, dass diese Situation mit einem Rückgang journalistischer Sorgfalt und einer oberflächlicheren Bearbeitung von Themen einhergeht. Allerdings zeigt die Befragung auch, dass sich die Situation in den letzten Jahren nicht einfach für alle Personen verschlechtert hat, sondern dass es auch zur Umverteilung vorhandener Ressourcen gekommen ist.“

***

Mit sich wandelnden Rahmenbedingungen und einem Publikum, dass sch von den klassischen Formen des Journalismus abwendet, haben auch die Kollegen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu schaffen. Der WDR hat deshalb neuerdings ein eigens für Youtube produziertes Format am Start – das aber nicht überall gute Kritiken bekommt. Auch Tobias Lenartz kommt bei „Torial“ zu keinem besseren Ergebnis. Und erklärt, warum dort mindestens noch „Luft nach oben“ist.

Leave a comment

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.