Aktuell, Links oben 8. Mai 2013

Links oben: Tage der Parallelwelten

by Christian Jakubetz

In Berlin trifft sich die digitale Avantgarde, während sich in Bayern und Thüringen Chefredakteure Gedanken über die Zukunft ihrer regionalen Zeitungen machen. Meldungen aus zwei verschiedenen Universen – heute bei „Links oben“.

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Fast schon wieder vorbei – die Re:publica in Berlin, vermutlich Deutschlands wichtigster Digital-Treff. Über 5000 Besucher waren da, Sascha Lobo hat wie jedes Jahr gesprochen – und erstmals wurde auch das „Digitale Quartett“ direkt von der Veranstaltung gesendet. Zu Gast war u.a. jemand, den man schon länger nicht mehr gesehen hat…

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Parallel geht das normale Medienleben natürlich weiter. Aber wie? Joachim Braun, Chefredakteur des „Nordbayerischen Kuriers“, hat sich einige Gedanken über Ansprüche und Wirklichkeit bei lokalen und regionalen Medien gemacht. Braun: „Aber seien wir doch ehrlich: Mit diesem Angebot locken wir niemandem mehr hinter dem Ofen hervor. Im Internet ist die Konkurrenz genau einen Klick entfernt, und „Spiegel“, „FAZ“ und „SZ“ können doch die meisten dieser Themen viel besser transportieren. Nicht weil dort bessere Journalisten arbeiten, aber weil sie viel mehr Ressourcen haben.“

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Und weil´s gerade zum Thema passt: Paul-Josef Raue hat sich geärgert. Der Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“ antwortet in einem offenen Brief der FAS, die am Wochenende erklärt hatte, warum beim NSU-Prozess eher die überregionalen Blätter den Vorzug bei der Platzvergabe hätten erhalten sollen.  Raue: „Mir graut davor, dass Ihr Bild vom Osten in der Welt verbreitet wird. Es sind die Regionalzeitungen aus Thüringen und Sachsen, die wohl am besten, am genauesten und am fairsten über den Prozess in München berichten können. Wir kennen die Milieus, die Eltern, Verwandten und Freunde der Angeklagten – und wir schreiben für die Menschen, die in eine Art Kollektivschuld genommen werden.“

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