Social Media 16. Januar 2013

Ein klarer Sieg für SPON und Katzen-Content

by Christian Jakubetz

Es ist ja inzwischen unstrittig: Wer als Redaktion oder Journalist in sozialen Netzwerken vertreten ist, der erhöht seine Reichweite. Jetzt hat man erstmals auch eine Ahnung, um wie viel. Die TU Darmstadt hat bei einer Studie erstaunliche Ergebnisse bekommen: So hat es alleine Spiegel Online im vergangenen Jahr auf 7,9 Millionen Empfehlungen gebracht.

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Die Untersuchung ist aus mehreren Blickwinkeln interessant. Man hat jetzt – zum einen- erstmals eine Angabe in Zahlen. Man weiß zweitens, welche Netzwerke bei der Verbreitung von Inhalte eine größere Rolle spielen und welche eher nicht. Und man weiß schließlich jetzt, welche Inhalte bei den Nutzern in den Netzwerken ganz besonders gut ankommen. Nicht alles davon ist überraschend, vieles bestätigt das, was man insgeheim schon ahnen konnte.

Zunächst zu den Zahlen und den Favoriten der User: Wenig überraschend hat auch hier „Spiegel Online“ die Nase vorn. 7,9 Millionen Empfehlungen in einem Jahr, das ist deutlich mehr als der Zweitplatzierte „Bild.de“ vorweisen kann  (6,6 Millionen). Danach gibt es einen großen Bruch: Das Onlineangebot der „Welt“ bringt es als Dritter schon nur noch auf 2,2 Millionen. Danach folgen „Focus Online“ (1,8 Millionen) sowie „sueddeutsche.de“ und „faz.net“, die es beide auf jeweils rund 1,4 Millionen bringen.

Interessant dabei: Das im Netz weit verbreitete „Long Tail“-Phänomen spielt hier keine Rolle. Stattdessen zählt eher das Prinzip „The Winner takes it all“. Die erfolgreichsten 10 Prozent der Artikel sind für beinahe 80 Prozent der Empfehlungen im sozialen Netz verantwortlich.  Dagegen werden über 30 Prozent aller veröffentlichten Artikel nie geteilt oder empfohlen.

Was die populärsten Kanäle angeht, so ist (beinahe selbstverständlich) Facebook unangefochten die Nummer eins, allerdings mit sinkender Tendenz. Von rund 82 Prozent Marktanteil ging es auf rund 78 Prozent runter, was aber natürlich immer noch dominierend ist. Twitter bringt es jetzt demnach statt 17 Prozent auf rund 20 Prozent, während Google + de facto immer noch unbedeutend ist. Obwohl das Netzwerk seinen Marktanteil steigern konnte, sprechen 1,8 Prozent eindeutig für ein Nischendasein.

Und was ist jetzt der Inhalt, den alle mögen, der ordentlich Quote macht? Menschen, die schon länger das Netz bewohnen, werden jetzt womöglich die Augen verdrehen, aber es ist tatsächlich: cat content. Zumindest die im vergangenen Jahr meist empfohlene Geschichte hat damit zu tun:  ein Mann, der aus seiner toten Katze einen Hubschrauber baute – diese (nicht erfundene) Geschichte brachte es bis heute auf über 37.000 Likes, über 400 Tweets und immerhin noch über 100 „plusones“.

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