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Eine digitale Presseschau, basierend ausschließlich auf Leserempfehlungen – mit dieser Idee folgt “süddeutsche.de” dem Gedanken, dass Journalismus künftig mehr mit Aggregation und Kuration von Inhalten zu tun haben könnte. Ein paar Fragen in diesem Zusammenhang an den Chefredakteur des Angebots, Stefan Plöchinger.

Süddeutsche.de verweist auf FAZ.net: Wie groß war der Aufschrei bei den SZ-Kollegen, als das bekannt wurde?

Es gab keinen Aufschrei. Auch auf Seite 4 der gedruckten SZ, der Meinungsseite, wird in der Presseschau auf die FAZ verwiesen – wir wissen beide, dass in der jeweils anderen Zeitung auch gute Stücke stehen?

Warum die Beschränkung auf dann doch eher wenige Angebote? Und warum Inhalte nur aus klassischenMedien, nicht aber bspw. aus Blogs?

Weil der Crawler jetzt schon seine Nöte hat, mit den ständigen Abfragen und dem Nachrechnen hinterherzukommen. In der Beschränkung liegt die Kunst. Das Projekt entstand ja aus der Redaktion, mit Seiten, die wir selbst als wertvolle Quellen betrachten. Zwar etwas subjektiv, aber wir haben schon auch Gründe, warum wir bild.de oder andere nicht mit reinnehmen. Für Blogs wiederum gibt es schon andere Aggregatoren wie Rivva…

Warum macht die SZ eigentlich kein Rivva?

Weil es das eben schon gibt.

Denkst du, dass andere nachziehen werden?

Nein, es würde ja auch nichts bringen, wenn zwei, drei Nachrichtenseiten alle das Gleiche machen. Ich würde mich aber freuen, wenn andere Seiten ähnliche, vielleicht noch bessere Ideen hätten. Das würde die Nachrichtenseiten insgesamt wieder spannender machen.

Habt ihr schon erste Resonanzen aus dem Publikum?

Enorme. Ausschließlich Zuspruch, wobei einige ihre eigenen Lieblingsseiten vermissen. Wir überlegen, dafür eine Lösung zu finden, ohne dass wir selbst Hunderte Feeds auf unseren Servern durchgehen müssen, das wird nämlich irgendwann zu viel.

Ihr habt den Usern angeboten, sich mit eigenen Wünschen und Vorschlägen an euch zu wenden – kam schon was?

Neben der Wunschliste für eigene Lieblingsseiten – sehr wenig. Viele freuen sich einfach, dass wir ganz bewusst auch auf andere Seiten verlinken, selbst wenn diese konkurrieren. Und viele wollen noch mehr Angebote wie dieses.

(Wie die digitale Presseschau funktioniert und welche Seiten dort abgebildet werden – hier.)

 

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