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Die Medienbranche ist schwer zu deuten – vor allem dann, wenn es um die Interpretation von Zahlen und Entwicklungen geht. Beim “Guardian” beispielsweise oder bei den Auflagen gedruckter Entwicklungen geht vermutlich das eine wie das andere. Nur die Zahlen über die Internetnutzung in Deutschland, die lassen kaum Spielraum zur Interpretationen. Ein Zahlenspezial also heute bei “Links oben”.

 

Alan Rusbridger und sein “Guardian” sind so etwas wie die Lieblinge der Onliner.  Nicht nur, dass das Blatt gemeinhin als eine der besten und innovativsten in Europa gilt. Auch der stritte Gratis-Kurses des Blattes wird aufmerksam verfolgt, vermutlich auch deswegen, weil irgendwann am Ende dieses Experimentes eine mögliche Antwort auf eine spanende Frage stehen wird: Geht´s im Netz wirklich mit kostenlosen Inhalten oder muss sich guter Journalismus unmittelbar von den Nutzern bezahlen lassen? Das GQ-Magazin tendiert vermutlich eher zur zweiten Variante, weil sie in einem langen Stück über den “Guardian” die Frage stellt, ob das Blatt das nächste ist, das zusperren muss. Und rhetorisch stellt GQ auch die Frage: Sehen wir bei einem Autounfall in Zeitlupe zu?

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Irgendwie erstaunlich ist ja auch, dass es immer noch Debatten über die Notwendigkeit von Onlinejournalismus gibt. Und darüber, ob das Netz jetzt wirklich so wichtig ist, wie behauptet wird. Zumindest die Zahlen lassen allerdings daran keinen Zweifel aufkommen. Inzwischen sind demnach de facto alle (!) Jugendlichen im Netz anzutreffen. Und auch bei den dann schon etwas Älteren nimmt das Netz eine herausragende Rolle ein:  Selbst in der Altersgruppe der 40-49jährigen sind immer noch 93 Prozent im Netz vertreten. Der Bruch kommt dann tatsächlich erst bei den Menschen ab 60. Dort sinkt dann nach Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen die Quote der Netznutzer auf 47 Prozent. Die Zahlen und ein paar weitere Interpretationen dazu gibt´s hier.

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Umgekehrt wird ja auch über die Zukunft der Printmedien gerade heftig debattiert. Bei den Tageszeitungen deuten die Zahlen tendenziell ja nach unten, bei anderen gedruckten Publikationen lässt sich das in dieser Deutlichkeit nicht sagen. Weswegen man jetzt beim Kress nach Durchsicht der neuesten AWA-Zahlen auf die schöne Formulierung gekommen ist, der Reichweitenschwund sei weniger geworden. So diffus, wie diese Überschrift es erahnen lässt, sind auch die Schlüsse, die man aus dem vorliegenden Material ziehen könnte. Es gibt Entwicklungen, die auf eine boomende Branche schließen lassen (“Landlust”), bei anderen sieht es eher so aus, als würde sich die Spirale noch schneller nach unten drehen “Bild”).

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