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Erfüllen die Online-Angebote deutscher Zeitungen die Wünsche und Anforderungen ihrer Nutzer? Eine Studie an der Universität Leipzig kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis…

Webseite der HAZ: Zwischen den Wünschen der Nutzer und den Angeboten liegt eine Lücke.

Am Lehrstuhl Leipzig sind im Rahmen dieser Studie die Angebote der “Augsburger Allgemeinen” , der “HAZ” in Hannover und der “Stuttgarter Zeitung” untersucht worden. Warum diese drei? Sie seien gute Repräsentanten und verfügen zudem über ein soziodemografisch vergleichbares Einzugsgebiet. Das Ergebnis ist allerdings eher ernüchternd, so die Macher der Studie: Die Angebote erfüllen demnach die Erwartungen und Anforderungen der Nutzer kaum. Als einen Hauptgrund führt die Studie die häufig schlechte personelle Ausstattung vieler Onlineredaktionen an. Deshalb sei es nicht verwunderlich, wenn alle untersuchten Onlineangebote ihren Nutzern im Vergleich zu den Printausgaben nur einen sehr geringen Mehrwert bieten. In Zahlen: Bei der “Augsburger Allgemeinen” und der “Stuttgarter Zeitung” war im Untersuchungszeitraum nur jeder fünfte Beitrag eine journalistische Eigenleistung. Bei der “HAZ” war die Quote noch schlechter, dort war nur jeder siebte Beitrag ein Produkt der Redaktion.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Studie lesen Sie hier.

Nach der Erkenntnissen der Studie handelt es sich aber nicht nur um ein quantitatives, sondern auch um ein qualitatives Problem. Die Möglichkeiten des Onlinejournalismus würden von den Redaktionen viel zu selten und oft nur unzureichend genutzt.

Umgekehrt fragte die Studie allerdings auch die Nutzer nach ihren Wünschen und Anforderungen an ein Onlineangebot der heimischen Tageszeitung — und kam dabei zu einigen durchaus überraschenden Ergebnissen. So legen die Nutzer beispielsweise deutlich weniger Wert auf Interaktion oder auch die Präsenz der Zeitung in sozialen Netzwerken. Dagegen spielt speziell für die Onlineangebote das Thema Transparenz eine herausragend große Rolle. Ganz oben auf den Wunschlisten: eine klare Nennung und Offenlegung aller verwendeten Quellen, eine klare Kennzeichnung, wenn Texte von anderen Medien bzw. von Agenturen stammen sowie eine eindeutige Trennung zwischen Redaktion und Werbung.

 

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