Aktuell 22. November 2011

Von neuen Formaten und alten Hoffnungen

by Christian Jakubetz

Journalistentag in Recklinghausen – und einige aus der „Universalcode“-Truppe werden sehr aktiv dabei sein. Zu den Themen „Neue Formate“ und „Bewegtbild“ sind dort u.a. Markus Hündgen, Daniel Fiene, Heike Rost und Christian Jakubetz auf den Podien vor Ort.

Schon jetzt liegen mehr als 400 Anmeldungen zum Journalistentag des DJV-NRW vor, der am Samstag, 26. November, ab 11 Uhr im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen stattfindet. Auf der Agenda des bekannten Branchentreffs stehen mehr als 12 Foren mit spannenden Themen unter dem Leitmotiv Perspektiven für den Journalismus. Neue Formate, der Einsatz von Bewegtbildern und Nachrichten-Apps im Netz sowie unklare Perspektiven für Einsteiger und Etablierte verändern die Branche. Ein Highlight der Veranstaltung gibt es gleich zum Auftakt: „Bad Boy“ Tom Kummer, eigens aus Los Angeles anreisender legendärer Interviewfälscher, stellt sich in einem Streitgespräch mit Prof. Dr. Bernhard Pörksen der Frage: Wie frei sind Journalisten in Ihrer Darstellung der Realität? Was ist erlaubt, wann beginnt die Manipulation?

„Der Journalistentag ist zu einer Institution geworden, bei der hochkarätige Referenten die Trends im Journalismus aufspüren und bewerten“, so Helmut Dahlmann, Vorsitzender des DJV NRW. „Wir freuen uns, dass diese Veranstaltung so viele Kolleginnen und Kollegen erreicht.“ Die Teilnahme ist für DJV-Mitglieder und alle interessierten Journalisten kostenlos.

Öffentlicher Rundfunk und Zielgruppen-Analysen

Müssen Informationen, die durch Rundfunkgebühren finanziert werden, unbegrenzt für alle zugänglich sein? Diese provokante Frage stellt Jakob Augstein (Herausgeber Der Freitag), im Forum Medienpolitik anlässlich des aktuellen Streits der Öffentlich-Rechtlichen mit Verlagen und Politik – Stichwort Tagesschau-App. Wie Programm-Macher in Rundfunk und TV sich von Zielgruppen-Analysen leiten lassen, das diskutieren im Forum Rundfunk Wolfgang Schmitz (Hörfunkdirektor WDR), Matthias Dang (IP Deutschland), Hartmut Scheffler (TNS Infratest) und Martin Berthoud (ZDF).

Neue Konzepte, aktuelle Urheberrechtsfragen

Innovative Konzepte in der deutschen Medienlandschaft sind rar gesät. Sie bedeuten Risiko – und bringen doch oft Erfolg. Das Forum Neue Formate mit Daniel Fiene („Was mit Medien“), Christian Jakubetz („Wired“) und Dr. Ralf Müller-Schmid (DRadio Wissen) beleuchtet eine seltene Spezies. Als neues Medium rücken im Netz Bewegtbilder immer stärker in den Fokus. Über Einsatzmöglichkeiten im weiten Spektrum zwischen billigem Eye-Candy und hochqualitativer journalistischer Arbeit diskutieren Dr. Matthias Eberl (rufposten.de), Markus Hündgen (videopunks.de) und Frank Sonnenberg (freier Journalist). Der Workshop „Vodcasts produzieren“ geht den modernen Bildjournalismus praktisch an. Zum Thema „Freiheit versus Copyright: Das Ur-Dilemma, aktueller denn je – ist lösbar“ spricht zudem im Workshop Recht Dominik Sprenger, Medien-Fachanwalt.

Quo vadis, junger Journalismus?

Gut ausgebildet – und trotzdem chancenlos? Immer mehr junge Kolleginnen und Kollegen leiden unter Konkurrenzdruck und mangelnden Arbeitsmöglichkeiten. Über Perspektiven für journalistische Karrieren diskutieren die freien Journalisten Josephine Fehr, Anorte Linsmayer und Daniel Stahl. Ein zweites Forum zu Perspektiven mit Patrick Großmann (espressionisten, vormals Herausgeber GALORE) und Andreas Esche (Bertelsmann Stiftung) beleuchtet die Frage, ob der Journalismus im Wettlauf um die fähigsten Köpfe künftig noch genügend Nachwuchs finden wird.

Wer Interesse hat, kann sich nun noch online und kostenlos anmelden: www.journalistentag.de

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