Aktuell, Links oben 5. April 2011

Links oben: Eierlegende Roboter

by Christian Jakubetz

Journalisten müssen in den kommenden Jahren sehr viele Dinge mehr können als ihre analogen Vorgänger: Darum dreht sich die heutige „Links oben“-Sammlung vollständig. Um am Ende mit einer Geschichte zu enden, die wenigstens die Frage aufwirft, ob auch das  nicht in Zukunft von Maschinen erledigt werden kann…

Künftig maschinell und datengestützt? Die Rolle von Journalisten im digitalen Zeitalter wandelt sich rasant.

Es ist vielleicht die Frage, über die auch in den kommenden Jahren am meisten diskutiert werden wird: Was müssen Journalisten  jetzt und in Zukunft eigentlich können? Werden sie schlichtweg vielseitiger oder züchtet man sich dann doch die totzitierte eierlegende Wollmilchsau heran, die vieles nur ein bisschen, aber nichts richtig kann? Klaus Meier, Journalistik-Professor in Eichstätt, gibt Antworten: „Man braucht als junger Journalist sicher ein Medium, in dem man sich wohlfühlt und in dem man sehr gut ist. Aber ich muss in allen anderen Medien zumindest soweit fit sein, dass ich schon mal damit zu tun hatte – und sei es nur in einer Ausbildungs- oder Lehrredaktion.“

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Natürlich ist es mit Handwerk alleine dann doch noch nicht getan, wie beim Gipfeltreffen von zwei ganz Großen deutlich wird: Der Buchautor (Achtung, gerne als „Guru“ bezeichnet) Clay Shirky und der Chefredakteur des „Guardian“, Alan Rusbridger, in einem Gespräch (Video) über Journalismus, Öffentlichkeit und Gesellschaft in einem digitalen Zeitalter. Kernforderung: Es müsse den Redaktionen gelingen, die enormen Daten- und Informationsmengen, die inzwischen bereit lägen, zu Geschichten und Themen zu machen, die für die Nutzer tatsächlich relevant sind.

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Aber halt, müssen es überhaupt noch Redaktionen und Journalisten aus Fleisch und Blut sein, die aus Daten und Rohmaterial Texte machen? Nicht zwingen, schildert die FAZ. Programme wie „Narrative Science“ sind inzwischen in der Lage, aus Rohfeed Texte zu machen. Und so, wie es aussieht, machen sie es dummerweise gar nicht mal schlecht…

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