Aktuell, Links oben 17. Februar 2011

Links oben: Über die Zukunft der digitalen Zeitung

by Christian Jakubetz

Wer steht eigentlich wo in der digitalen Medienwelt 2012? Die Zeitungen besser als sie denken, Twitter besser als man meint und die Märkte fragmentierter als man ahnt. Nur für Journalisten sieht es momentan vielleicht gar nicht so rosig aus. Ein ziemlich genereller Rundblick heute bei „Links oben“.

Frühstück ohne Zeitung, Leben ohne Zeitung? Kaum denkbar, ganz egal, ob die Zeitung dann noch gedruckt oder digital auf dem Frühstückstisch liegt.

Wie geht es weiter mit den Tageszeitungen in Europa? Ist das Netz eine Bedrohung oder eine Chance? Inhalte bezahlen lassen oder doch eher weiterhin wenigstens im Netz kostenlos? Die Fragen, um die sich die (Verlags-)Zunft dreht, sind seit Jahren dieselben, trotzdem aber weiterhin spannend und natürlich noch lange nicht final beantwortet. Der Chef des europäischen Verlegerverbands, Ivar Rusdal, hat sich mit dem österreichischen „Standart“ unterhalten und weitgehend optimistische Antworten gegeben.

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Wenn es um Twitter geht, löst das manchmal erstaunliche Glaubenskriege aus. Ein kleines Nischending, das hauptsächlich von Journalisten und anderen Kommunikationsmenschen genutzt wird? Oder doch eines der künftigen großen Dinger? In Deutschland hat Twitter im Vergleich zu anderen Ländern den ganz großen Durchbruch wohl noch nicht geschafft. Immerhin geht es jetzt aber wieder spürbar aufwärts, nachdem es zwischendrin eine Phase der Stagnation gegeben hatte. In seinem von der FAZ zu „Focus Online“ umgezogenen Netzökonomie-Blog schreibt Holger Schmidt, Twitter sei mittlerweile auf einem guten Weg, ein „Entdeckungsinstrument für interessante Inhalte“ zu werden.

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Gibt es einen Unterschied zwischen investigativem und „normalen“ Journalismus? Nein, sagt Adam Penenberg in einem Gespräch mit VOCER. Jeder gute Journalismus sei schließlich investigativ. In Zweifel zieht Peneberg auch die gerne von uns selbst behauptete Glaubwürdigkeit von Journalisten. Vielleicht seien sie es ja noch nie gewesen…

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Von Andy Warhol stammt das berühmte Bonmot, jeder könne ein Star für 15 Minuten sein. Das hat im Zeitalter des Netzes nochmal eine neue Dimension bekommen. Inzwischen kann jeder auch ein Star für 15 Menschen sein – eine Folge der immer weiter zunehmenden Fragmentierung von Medien, bei denen das Wort „Masse“ immer seltener als Präfix taugt. Was das zudem für die Definition des Begriffs „Nachrichtenwert“ bedeuten könnte, lesen wir hier.

 

 

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