Social Media 11. Januar 2015

Über Twitter twittern, um bei Twitter gelesen zu werden

by Christian Jakubetz

In der Theorie ist das eine ganz einfache Sache: Journalisten sollen twittern. Weil es dafür eine ganze Reihe guter Gründe gibt. In der Praxis hingegen bedeutet Twitter nicht selten: Frust. Weil man sich einige Mühe gemacht hat, die zählbaren Ergebnisse aber überschaubar bleiben. Das kann natürlich an den Inhalten liegen, die man auf maximal 140 Zeichen in die Welt bringt. Kann aber auch sein, dass es andere Gründe gibt. Dass man beispielsweise zur Unzeit twittert. Oder die falschen oder wenige Anreize setzt, um gelesen zu werden.

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Links rein, Fotos rein – schon werden Tweets erfolgreicher. Statistisch zumindest. (Foto: Jakubetz)

Eine neue Studie ist jetzt zu einem ebenso einfachen wie verblüffenden Ergebnis gekommen: Mit ein paar wenige einfachen, aber effektiven Tricks kann man seine sichtbaren Resultate vergleichsweise schnell und zuverlässig verbessern. Ein Überblick der wichtigsten Erkenntnisse:

Twittern zur richtigen Zeit: Und es kommt doch auf die Zeit an, haben die Forscher herausgefunden. Dabei gilt die alte Formel: Je später der Abend…soll heißen,  dass man seine Tweets gerne zu Uhrzeiten absetzen darf, die normalerweise nicht gerade als gut für die Reichweite gelten. Doch ganz offensichtlich ist Twitter ein Nachtmedium. Nach der Untersuchung von insgesamt 1,7 Millionen Tweets sind die Studien-Macher zu dem Resultat gekommen: Die beste Zeit für einen Tweet ist zwischen 22 und 23 Uhr. Statistisch zumindest. Wer um diese Zeit nicht mehr am Rechner sitzen und live twittern mag, der kann seine Tweets ja dementsprechend vordatieren.

Um Retweets bitten: Natürlich lässt sich der Erfolg von Tweets schlecht in Zahlen fassen. Oder in Kategorien. Sicher aber ist: Die Zahl der Retweets ist nicht nur ein guter Indikator für die Popularität einer Nachricht, sondern auch entscheidend für ihre Verbreitung. Und selbst da gibt es noch Unterschiede, wie die Untersuchung herausgefunden hat. Wer statt „Retweet“ nur die gängige Abkürzung „RT“ verwendet steigert seine Retweet-Rate demnach um 10 Prozent; wer „Retweet“ hingegen ausschreibt, schafft es auf stolze 23 Prozent.

Action reinbringen: Wenn ein Tweet Begriffe enthält, die irgendwas mit Action suggerieren – wie beispielsweise „download“ –  dann steigt die Konversions-Rate um immerhin 13 Prozent.

Tweets recyclen: Twitter ist ein schnelles und damit naturgemäß auch eher flüchtiges Medium. Soll heißen: Man kann und darf einen Tweet auch recyclen, sprich: wiederholen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Konversionsrate in einem Wiederholungs-Tweet nicht spürbar abweicht vom „Original“. Vorausgesetzt, man setzt die Wiederholung nicht glich fünf Minuten nach dem Original ab.

Auf die Größe kommt es nicht an: Twitter für sinnlos halten, weil man es gerade mal auf ein paar hundert Follower und damit nur geringe Reichweite bringt? Das ist ein Trugschluss, sagen die Macher der Untersuchung. 91 Prozent der „Mentions“ bei Twitter kommen demnach auf Accounts, die es auf weniger als 500 Follower bringen. Die Chance auf Reichweite haben zumindest theoretisch alle. Dass sich jemand mit einer fünfstelligen Followerzahl leichter tut als einer mit 50 – das ist natürlich auch unbestritten.

Schnell antworten: Wer für eine Redaktion oder en Unternehmen twittert, sollte sich eine banale Tatsache klar machen – Twitter ist keine Einbahnstraße und auch kein Verlautbarungskanal. Und wer sich auf einen Dialog mit einem User einlässt, sollte auch wissen, dass der am anderen Ende mit einer vergleichsweise schnellen Reaktion rechnet. 55 Prozent der Befragten geben an, dass sie innerhalb von einer Stunde eine Antwort haben möchten.

Über Twitter twittern: Wer über Twitter twittert, erreicht durchschnittlich 22 Prozent mehr Reichweite. Trost und Tipp am Rande: andere Social-Media-Themen gehen auch.

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