Digitales Leben 1. Juli 2014

Netz in Deutschland: Schnell geht anders

by Christian Jakubetz

Wir würden ja gerne – aber wir können nicht so richtig; Die Nutzung des Netzes ist für User in Deutschland immer noch eine vergleichsweise mühsame Angelegenheit. Nimmt man internationale Standards als Maßstab, dann gibt es in Deutschland ein paar verblüffende Defizite…

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Egal, ob mobil oder stationär: In Sachen Schnelligkeiten Verfügbarkeit hat das Netz in Deutschland noch Nachholbedarf. (Foto: Jakubetz)

Da ist zum einen das Thema Geschwindigkeit. Das Netz in Deutschland ist gemessen an anderen Ländern erstaunlich langsam.  Laut dem neuen The State of the Internet Report von Akamai liegt die Bundesrepublik im Ranking der Länder mit dem schnellsten Internetzugang auf Platz 26 (durchschnittlich 8,1 Mbit/s). An der Spitze stehen dort Südkorea (23,6 Mbit/s) und Japan (14,6 Mbit/s).

Und selbst diese ohnehin nicht gerade schnellen 8,1 Mbit/s stehen dem Verdacht, in Deutschland ein eher theoretischer Wert zu sein. In vielen Fällen jedenfalls stehen Provider unter dem Verdacht, dass ihre Anschlüsse in der Praxis bei weitem nicht so schnell sind wie angegeben. Kleiner Tipp aus der Praxis: Im Netz gibt es eine ganze Reihe von Geschwindigkeits-Tests. Sollten bei mehreren Messungen deutliche Unterschreitungen der versprochenen Werte herauskommen, sollte man sich unbedingt an seinen Provider wenden und gemeinsam nach Alternativen suchen.

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Natürlich ist auch das Thema mobiles Surfen in Deutschland inzwischen ein großes geworden. Aber auch da hängt es nicht selten an langsamen Geschwindigkeiten und an vergleichsweise wenigen Möglichkeiten, via Hotspot ins Netz zu gehen. Eine schnelle Übertragungstechnologie wie LTE ist beispielsweise immer noch nicht flächendeckend verfügbar.

Knapp über 50 Prozent der Internetnutzer surfen laut der aktuellen AGOF internet-facts mittlerweile unterwegs im Internet. Das entspricht einem Plus von rund sechs Prozentpunkten gegenüber der Vorjahreserhebung. Offenbar verändern mobile, internetfähige Geräte mit großer Geschwindigkeit die Art, wie wir das Netz nutzen. Ein Blick auf die steigenden Absatzzahlen bei Smartphones und Tablets stützt diese Vermutung. Relativ wenig das Internet dagegen an öffentlichen Orten genutzt. 18 Prozent der deutschen Onliner nutzen hier das Internet. Möglicher Hintergrund könnte die in Deutschland vergleichsweise geringe Verfügbarkeit von öffentlichen W-Lan-Zugängen sein.

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