Aktuell 2. November 2011

Facebook & Co: Die Pflichtnetze für Zeitungen

by Christian Jakubetz

Die deutschen Zeitungsverlage sehen ihre Zukunft zunehmend in sozialen Netzwerken — und wollen ihre Aktivitäten dort in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Das geht aus einer Studie hervor, die der BDZV in Auftrag gegeben hat und die jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach betrachten jetzt schon 85 Prozent der Blätter Engagements in sozialen Medien als Pflichtaufgabe. Zudem geht eine große Mehrheit davon aus, dass die Bedeutung dieser Netze in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Deshalb wollen die meisten auch ihre Aktivitäten weiter ausbauen. Das betrifft sowohl die persönliche Präsenz auf Seiten wie beispielsweise Twitter und Facebook. Gleichzeitig wollen viele Verlage aber auch die Integration der Angebote selbst in die eigenen Seiten vorantreiben. Dazu gehört vor allem der Einbau von Like- oder Twitterbuttons.

Facebook-Angebot der Stuttgarter Zeitung: Die große Mehrheit der Verlage will die Engagement in den sozialen Netzen weiter ausbauen.

Weitere Ergebnisse der Studie: 40 Prozent der Zeitungen haben bereits eigene Communitys aufgebaut. Rund ein Viertel setzt zudem Leserreporter ein, ebenfalls rund ein Viertel nutzt soziale Netze, um beispielsweise Umfragen durchzuführen oder auf andere Art und Weise zu erfahren, was die Leser bewegt und interessiert.

Die Untersuchung zeige, dass die Verlage Social Media in vielfältiger Weise nutzen könnten, um ihre publizistische Rolle und ihre Position im Markt zu stärken, sagte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der Geschäftsleitung des BDZV. „Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter bieten den Verlagen ganz neue Chancen, die klassische Rolle der Zeitung als ‚Community-Organizer‘ neu zu definieren und mit Nutzern wie Werbekunden in völlig anderen Spielarten als bisher zu kommunizieren“, so Fuhrmann. Gleichwohl behielten die Verlage im Auge, dass „Facebook & Co. knallharte Wettbewerber sind, wenn es um das Zeitbudget und die Aufmerksamkeit von Usern sowie um die Budgets von Werbekunden geht“.

Für die Studie wurden  400 Internetangebote von Zeitungen analysiert und Top-Manager wie Chefredakteure von 130 Zeitungstiteln (60 Verlage) befragt. Die Studie kann beim ZV-Verlag zum Preis von 98 Euro (Mitgliedsverlage der BDZV-Landesverbände zahlen 38 Euro) bestellt werden .

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