Digitales Leben 28. März 2017

Deutsches Breitband ist zu langsam…

by Christian Jakubetz

Eigentlich sollte bis 2018 ja alles besser geworden sein: Breitband und damit schnelles Netz für alle, lautet die Devise der Bundesregierung. Doch davon ist man weit entfernt. Und nicht nur das: Im internationalen Vergleich ist das deutsche Netz im vergangenen Jahr sogar zurückgefallen…

Breitband Ausbau

Man hat es nicht leicht, wenn man in Deutschland schnelles Netz nutzen möchte. Provider versprechen zwar gerne viel, halten aber dann meistens doch nur das Wenigste davon ein. Die Formulierung „Geschwindigkeit bis zu…“ in seinem Vertrag kennt wohl jeder. Auch deshalb, weil das in vielen Fällen bedeutet, dass diese Geschwindigkeit natürlich nie erreicht wird (Aktuelle Geschwindigkeit des eigenen Zugangs messen geht u.a. hier). Was aber auch damit zu tun hat, dass es insbesondere in ländlichen Gegenden häufig gar keine Infrastruktur gibt, die mehr zulassen würde.

Vergleicht man die deutschen Zahlen mit internationalen Werten, dann fällt auf: Deutschland ist bestenfalls Mittelmaß; von Werten, die man für eine richtig gut funktionierende digitale Infrastruktur bräuchte, ist man immer noch weit entfernt. Der aktuellen Ausgabe des State of the Internet Reports zufolge liegt die Bundesrepublik im Ranking der Länder mit dem schnellsten Internetzugang derzeit auf Platz 25 (14,6 Mbit/s). Damit hat sich Deutschland gegenüber dem Vorjahr im Akamai-Ranking um drei Plätze verschlechtert. An der Spitze steht – wie gewohnt – Südkorea (26,1 Mbit/s). Aber auch in Europa kann in vielen Ländern deutlich schneller gesurft werden als hierzulande. Am schnellsten in Norwegen (23,6 Mbit/s) und Schweden (22,8 Mbit/s), die auf Platz zwei und drei liegen.

Ob sich daran tatsächlich bis 2018 etwas ändert, darf man getrost bezweifeln. Das Ziel des flächendeckenden Ausbaus von Breitband ist zwar offiziell noch nicht kassiert. Dass es aber schwer zu halten sein dürfte, räumt auch die Bundesregierung mitterweile ein.

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