Allgemein 5. Februar 2017

Eine Sprachsteuerung fürs Leben

by Christian Jakubetz

Ein kräftiger Boom bei Sprachsteuerung und künstlicher Intelligenz, erste Erfahrungen mit den „Stories“ bei Instagram und ein paar nicht ganz unwichtige Veränderungen im Facebook-Algorithmus: Bezeichnend für das, was uns im Journalismus im Jahr 2017 erwarten dürfte…

Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz sind, mit Verlaub, der aktuelle heiße Scheiß. Was vor einigen Jahren mit Apples Siri begann (eher bescheiden), wird zunehmend mehr zum Standard. Spätestens, seit auch Amazon und Google mit ihren halbwegs intelligenten Lautsprechern in den Markt eingestiegen sind, sind Sprache und KI zum Massenmarkt geworden. Das lässt sich inzwischen auch in Zahlen und anderen Indikatoren ablesen. Und so kommt es gerade, wie es im digitalen Leben immer kommen muss: nämlich ganz anders. Haben wir nicht vor Jahresfrist noch gehört, das wirklich ganz, ganz große Team der Zukunft sei VR? was übrigens für Journalisten interessant ist: Der gute, alte Content gehört zu den wichtigeren Gründen, warum Menschen sich eine sprechende Röhre ins Haus stellen.

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Und noch so was aus der Kategorie heißer Scheiß: Geschichten erzählen mit Stories. Wobei Stories mittlerweile ja eher ein ganzes Genre und weniger einen Kanal bezeichnet. Was von Snapchat mal kreiert wurde, ist inzwischen Standard bei vielen anderen, Instagram und demnächst wohl dann auch Facebook. Was wie immer die Frage aufwirft, was Journalisten damit anfangen können/sollen/müssen. Erste Erfahrungen von hochkarätigen Journalisten der New York Times, Sports Illustradet und National Geographic hat das Netzpiloten-Magazin zusammengefasst.

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Aber natürlich nutzen selbst die besten Geschichten nichts, wenn sie nicht gefunden werden. Oder, noch schlimmer: nicht vernünftig ausgespielt. Was in die Zeiten wie diesen zunehmend mehr von Algorithmen abhängig ist. Und die wiederum, man ahnt es, ändern sich immer wieder mal; ganz nach Gusto desjenigen, der ihn programmiert. Facebook schraubt gerade mal wieder an seinem Algorithmus rum. Wie sich das genau auswirkt, weiß man natürlich noch nicht. Sicher ist aber schon jetzt: Es wird sich vor allem beim Thema Videos einiges ändern. Vermutlich spielen künftig Länge und tatsächliche Sehdauer eines Videos eine größere Rolle. Wenn man sich die Flut von beliebigen Videos ansieht, die man momentan so in seinen Newsfeed gespielt bekommt – vielleicht gar keine dumme Idee.

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