Digitales Leben 30. November 2016

Wir nennen es Medienwandel…

by Christian Jakubetz

Und schon wieder geht ein Jahr allmählich zu Ende – Zeit für Frage: Wie weit ist er denn jetzt fortgeschritten, dieser Medienwandel, von dem immer alle reden?

 

img_1172 Medienwandel
Schon klar, man kann mit VR-Anwwendungen ziemlich tolle Sachen machen. Aber noch ist die Sache zu umständlich, als dass VR im Journalismus eine entscheidende Rolle spielen könnte. (Foto: Jakubetz)

Also, diese Sache mit dieser Virtual Reality kommt. Ganz gewiss. Irgendwann. Aber wann? 2016 jedenfalls, so viel scheint festzustehen, war noch nicht das Jahr, in dem VR zu einem Massenphänomen wurde. Eine ganze Reihe guter Gründe werden hier genannt – einschließlich der dann doch irgendwie beruhigenden Prognose, die Zukunft und der Medienwandel seien da, da solle man sich mal keine Sorgen machen. Weitere für 2016 angesagte Trends und die Frage, was genau aus ihnen geworden ist: hier.

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Die Umsätze mit Print sinken, die digitalen Umsätze hingegen steigen. Das gehört zu den wenigen Dingen, auf die sich in der Welt des Medienwandels ungefähr alle einigen können. Aber gleichen die digitalen Steigerungen auch die analogen Rückgänge aus? Eher nicht, wenn man sich die Entwicklung bei der „New York Times“ anschaut. Die guten Nachrichten aus der digitalen Welt können die Rückgänge im eigentlichen Kerngeschäft nicht aufwiegen, schreibt das Nieman Lab.  Und macht gleichzeitig die alte Debatte wieder auf: Welches Szenario für Tageszeitungen kommt? Das mit den langsam und linear sinkenden Umsätzen? Oder doch das mit der schlagartigen Beschleunigung der Rückgänge? Eine Debatte, die wir auch in Deutschland wohl noch ein paar Jahre führen werden.

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Aber selbst wenn man von der ökonomischen Entwicklung absieht – der Stellenwert der (gedruckten) Zeitung in einer digitalen Gesellschaft nimmt mehr und mehr ab.  Zumindest verschwindet ein Argument, an das sich Zeitungsmacher gerne klammern:  Meinungsbildung und Relevanz sind keine Themen mehr, die man automatisch mit der Zeitung in Verbindung bringt.  Im Gegenteil, die Meinungsbildung verschiebt sich mehr und mehr ins Netz, schreibt Holger Schmidt.

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Das muss allerdings nicht immer so ganz positiv sein, wie man spätestens seit der US-Wahl ahnt. Weil die Meinungsbildung im Netz eben ziemlich viel mit Algorithmen und anderen Filtern zu tun hat. Und weil das Netz zwar groß ist, aber aus der Realität nur winzige Stückchen abbildet, wenn es dumm läuft. Gute Idee deshalb: die eigene Filter Bubble bewusst zum Platzen bringen…

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