Digitales Leben 9. Mai 2016

Wachsende Zweifel an der Medien-Unabhängigkeit

by Christian Jakubetz

Wie ist es um das Ansehen von Medien in Deutschland bestellt? Eine Studie des Bayerischen Rundfunks kommt zu Ergebnissen, die nicht immer erfreulich sind…
Infografik: Deutsche zweifeln an Unabhängigkeit der Medien | Statista

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Glaubwürdigkeit: Zeitungen und Öffentlich-rechtliche top, Boulevard Flop

Gefühlt ist es ja so, dass eine Menge Menschen diesem unsäglichen Pegida-Schlachtruf von der „Lügenpresse“ zumindest teilweise Glauben schenken. Allerdings: Die Zahlen geben das nicht her. Im Gegenteil: Der überwiegende Teil der Deutschen glaubt, dass Medien durchaus glaubwürdig sind. Allerdings wird hier deutlich unterschieden. Während beispielsweise öffentlich-rechtliches Fernsehen und Tageszeitungen mit Quoten von 75 bzw. 73b  Prozent in hohem Maß als glaubwürdig akzeptiert werden, billigen dies nur 13 Prozent den Bouleverardzeitungen zu.

Erstaunlich schwach schneiden auch Wochenzeitungen bzw. Magazine ab. Ihnen attestieren nur 63 Prozent Glaubwürdigkeit. Noch schwächer schneiden private TV- und Radiosender ab. Gerade mal 51 Prozent halten sie für glaubwürdig.

Ist das Glas jetzt halbvoll oder halb leer? Natürlich kommen seriöse Medien immer noch auf eine hohe Glaubwürdigkeit. Dass aber auf der anderen Seite rund ein Viertel der Deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder Tageszeitungen für unglaubwürdig halten, muss man nicht unbedingt für eine gute Nachricht halten.

Verständlich ja – unabhängig nein?

Noch schlechter schneiden Medien ab, wenn es um ihre Unabhängigkeit geht. Keine einzige Mediengattung kommt auf einen Wert von mehr als 50 Prozent, wenn es um die Frage geht, ob Medien unabhängig sind. Im Klartext: Mehr als jeder zweite Deutsche hält im Umkehrschluss Medien für mehr oder weniger abhängig.

Auch hier gibt es wieder ein paar Unterscheidungen, auch wenn sich am Gesamt-Trend nicht sehr viel ändert. Auch hier schneiden öffentlich-rechtliches Fernsehen und Tageszeitungen wieder am besten ab, der Boulevard am schlechtesten.

Richtig zufriedenstellen sind aber auch die vermeintlich guten Werte nicht: Mit 46 Prozent erreicht das öffentlich-rechtliche Fernsehen den besten, dicht gefolgt von den Tageszeitungen mit 44 Prozent. Boulevardzeitungen werden von nur 22 Prozent f+r unabhängig gehalten.

Fazit hier also: Eine Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an eine Unabhängigkeit der Medien.

Immerhin: Bei der Frage danach, ob die Medien in Deutschland verständlich berichten, antworten in fast allen Fällen eine Mehrheit mit „ja“. Ausnahme ist auch hier wieder der Boulevard.

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