Links oben 3. Februar 2015

Links oben: To pay or not to pay…

by Christian Jakubetz

Bezahlschranke oder nicht? Reichen 150 Euro am Tag zum (Über-)Leben? Kann man vom Kritikerlob alleine leben? Essentielle Fragen des Journalismus im Jahr 2015 – und der Versuch, ein paar Antworten darauf zu geben…

paywall

Die „Rheinzeitung“ hat gerade die Bezahlschranke komplett vor ihrem Angebot runtergelassen. Dort gibt es nur noch die Startseite umsonst, wer lesen will, muss zahlen. Ein Strategie, die im genauen Gegensatz steht, was beispielsweise der „Guardian“ macht. Deren Digitalchef Wolfgang Blau erklärt im Interview mit dem „Standard“, warum sich daran auch in Zukunft nichts ändern soll. Und warum es dennoch zu einfach ist, sich über die Strategien der deutschen Verlage lustig zu machen: „Ihre Strategie, das alte Printgeschäft so lange zu beschützen wie möglich und ihre digitalen Aktivitäten nur als markenpflegende Begleitmusik für Print zu betreiben, ist plausibel und legitim. Verlage sind keine Stiftungen, und die meisten Tageszeitungen haben nun einmal keine plausible digitale Zukunft, sondern nur eine mittelfristige Zukunft als Printmedien, und danach ist es leider vorbei.“

***

Zumindest die Sache mit der Zukunft sieht der Geschäftsführer der „Süddeutschen Zeitung“ naturgemäß anders. Was insofern nicht verwunderlich ist, weil sich die Münchner gerade  auf einen ganz groben Umbruch vorbereiten. Wie der aussehen soll und was sich die SZ davon verspricht, erklärt Detlef Haas im Interview mit „Horizont“. Für Debatten sorgt unterdessen ein Stellenangebot der SZ, die Tagessätze von rund 150 Euro anbietet.

***

Dass es auch bei noch so viel guten Ideen und Engagement ungemein schwierig ist, eigene Projekte erfolgreich zu lancieren, zeigt das Beispiel von „Substanz“. Das Wissenschaftsmagazin von Georg Dahm und Denis Diba wird gerne und viel gelobt, hat er aber dennoch zu kämpfen. Drüben bei den „Lousypennies“ schildern die beiden Macher ihren Alltag – und erklären auch, warum man als Journalist möglicherweise dazu neigt, die Tätigkeiten von Verlagsangestellten viel zu gering wertzuschätzen…