Digitales Leben 19. Januar 2015

Digitalisierung 2015: Die Revolution kann warten

by Christian Jakubetz

Keine Revolution, dafür Evolution: Das Jahr 2015 dürfte, was die Digitalisierung angeht, in erster Linie das fortsetzen, was sich die Jahre davor schon angedeutet hatte. Das „Internet der Dinge“ muss auf seinen großen Durchbruch weiter warten, während das Smartphone unaufhaltsam zum wichtigsten Gerät der digitalen Ära wird…
deloitte

Nachdem der Monat noch nicht vorbei ist, darf man das gerade noch: Vorhersagen abgeben, wie das mediale Jahr 2015 ablaufen, welche Trends es bringen könnte. Das Beratungsunternehmen „Deloitte“ hat jetzt noch seine Prognosen für 2015 genannt. Geht es danach, dann wird das Jahr eher von konstanten Weiterentwicklungen als von revolutionären Entwicklungen oder einem großen Mega-Trend geprägt sein. Demnach wird sich am Ende dieses Jahres nicht allzu viel dramatisch verändert haben. Immerhin aber könnte es sein, dass sich manche Dinge, die ma jetzt schon irgendwie erahnt, weiter bestätigt haben. Aber der Reihe nach…

1. Das Smartphone wird noch mehr das Multi-Gerät

Es ist ja keine echte Überraschung mehr: Das Smartphone ist vermutlich von allen digitalen Geräten das, auf das sich alle irgendwie einigen können. Es erobert mehr und mehr de Alltag und es wird in einer vergleichsweise hohen Frequenz ausgetauscht. Laut Prognose werden in diesem Jahr rund eine Milliarde Geräte weltweit neu gekauft bzw. als Ersatz für „alte“ Geräte gekauft. Das „alt“ steht deshalb in Anführungszeichen, weil der Lebenszyklus von Smartphones so kurz sind, dass sie nicht ganz selten in einem Turnus von eineinhalb Jahren ausgetauscht werden. Angeblich werden zunehmend auch die Akkus besser werden und die kleinen Helferlein im Alltag bekommen ein paar neue Features und werden dadurch noch hilfreicher im Alltag. Man kann sich also leicht vorstellen, dass die ohnehin schon enorme Bedeutung der Smartphones für Medien im kommenden Jahr noch weiter klettern wird. Interessant am Rande: Von Tablets ist während der ganzen Deloitte-Prognosen keine Rede.

2. Die Evolution geht weiter, die Revolution bleibt aus

Natürlich geht der Wandel weiter: Digitale Medien gewinnen weiter an Bedeutung, die analogen Gegenstücke verlieren. Trotzdem: Der Trend ist 2015 eher, dass sich die Evolution fortsetzt, als dass es zu einer Revolution käme. Die Rückgänge sind nicht gleichzusetzen mit einem Verschwinden. Interessant am Rande: Gerade das jüngere Publikum hat gar nicht dieses entweder-oder-Denken, dass ältere Generationen bei der Debatte um die Digitalisierung gerne haben. Bücher beispielsweise bevorzugen junge Leser immer noch auf Papier. Sie schauen zwar gerne Videos im Web, verbannen deshalb aber das konventionelle TV nicht aus ihrem Leben.

3. Internet of things: kann man, muss man aber nicht

Das Netz rückt weiter vor. In nahezu alle Bereiche des Lebens. In Fernseher, Autos, Kühlschränke. Das so genannte „Internet of things“ gehört mehr und mehr zu unserem Alltag. Aber so richtig dann doch wieder nicht: Zu wenig überzeugend und alltagstauglich seien die bisherigen Anwendungen und Konzepte, schreibt Deloitte.  Also: grundsätzlich gerne, bis mal was wirklich Relevantes passiert, Die Killer-Applikation(en), auf die alle warten.  So lange es die nicht gibt, kann man irgendwas mit „IoT“ haben. Muss man aber nicht.

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