Software 8. Juli 2014

Multimedia-Reportagen: Pageflow bald auch im Netz

by Christian Jakubetz

Multimediales Storytelling ganz ohne Programmierkenntnisse und auch ohne eigenen Server: Das Programm „Pageflow“ geht demnächst mit einer solchen Variante an den Start. Momentan läuft noch die Betaphase.

In der Betaphase: Die gehostete Version von Pageflow. (Screenshot: Jakubetz)
In der Betaphase: Die gehostete Version von Pageflow. (Screenshot: Jakubetz)

 

Diese Form des digitalen Journalismus gerät gerade zum großen Trend des Jahres 2014: Long-form-Stücke, multimediales Storytelling, Scrolling Reportagen. Wie auch immer man so etwas nennen will (auf einen verbindlichen Namen hat man sich noch nicht geeinigt): Das lange, multimedial aufbereitete Stück, das auf einer Seite verschiedene Kapitel und alle nur denkbaren medialen Darstellungsformen zu einer großen Reportage vereinigt, ist das ganz große Ding momentan. Bei den Nominierungen des diesjährigen Grimme Online Awards fanden sich viele solcher Reportagen – und eine davon wurde auch preisgekrönt.

Das Problem bisher: ein geeignetes Programm finden, das solche Stücke abbilden kann, ohne dass man großartige Programmierkenntnisse bräuchte. Eine Art „WordPress“ für Multimedia-Reportagen sozusagen. Mit dem beim WDR erprobten „Pageflow“ (hier finden sich einige Beispiele) gibt es ein solches Tool, das insbesondere auch für kleinere Redaktionen, Freiberufler oder Blogger geeignet ist. Mit „Pageflow“ lassen sich solche Stücke zusammen bauen, ohne dass man selbst über Programmierkenntnisse verfügen muss.

Einziger kleiner Haken bislang:  Wer das Programm nutzen wollte, musste es sich auf einem eigenen Server installieren. Was spätestens dann zum Problem wird, wenn man in Sachen IT eher laienmäßig unterwegs ist. Deshalb gibt es demnächst auch eine webbasierte Version von „Pageflow“. Sie befindet sich aktuell in der Beta-Phase. Um sie zu nutzen, braucht man eine spezielle E-Mail-Einladung, zumindest vorläufig noch. Demnächst soll es dann möglich sein, dass sich jeder Interessent auf der Seite registrieren und dann umgehend loslegen kann. Danach gibt es eine Trial-Version, in der man bis zu 10 Reportagen erstellen und maximal 10 Minuten Videomaterial hochladen kann.

Gehostet werden alle Inhalte dieser Version auf einem Pageflow-Server. Auch das Encoding von Videos in das passende Format wird automatisch vom System übernommen. Denkbar einfach sind dabei auch Dinge, die auf den ersten Blick sehr komplex aussehen. Beispielsweise lässt sich eine Inhalts-Seite bei „Pageflow“ dann auch so definieren, dass ein Video als Hintergrund der Seite permant im Loop läuft. Oder ein Audio. Seiten können mit wie Mausklicks mit großen Hintergrundbildern layoutet, Effekte beim Seitenübergang mühelos definiert werden. Kurz gesagt: Ein bisschen funktioniert „Pageflow“ wie Powerpoint. Man erzielt vergleichsweise einfach beeindruckende optische und inhaltliche Effekte. Im Gegensatz zu Powerpoint besteht allerdings kaum die Gefahr, dass man eine multimediale Reportage mit Effekten und anderen Kinkerlitzchen überlädt.

Irgendwann allerdings beginnt das gehostete  „Pageflow“ dann auch Geld zu kosten. Die Kosten richten sich nach der Menge der hochgeladenen Videos. Eine Preisliste existiert bislang noch nicht, soll aber demnächst nachgereicht werden.

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