Social Media 11. Dezember 2013

„WKW“ stürzt weiter ab, Xing deutsche Nummer 1

by Christian Jakubetz

Die Entwicklung bei den sozialen Netzwerken schreiten voran – und die Trends sind allmählich erkennbar. Einer davon: Seiten aus Deutschland verlieren rasant an Bedeutung. Nicht einmal ein Relaunch muss mehr zwingend etwas bedeuten…

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Sie waren einmal die Hoffnungsträger der deutschen Social-Media-Landschaft: An den „Lokalisten“ beteiligte sich sogar Pro7Sat1, „Wer kennt wen“ galt mal als Pflichtprogramm für Redaktionen, wenn sie in Deutschland wirklich Reichweite im sozialen Netz generieren wollten. Inzwischen dümpeln die „Lokalisten“ schon lange nur noch knapp über der Messbarkeitsgrenze – und „WKW“ hat einen Absturz hinter sich, den man nur noch dramatisch nennen kann. Auch die Ehemaligen-Seite „Stay Friends“ spielt in Sachen Reichweite keine große Rolle mehr.

Dass es für wer-kennt-wen (WKW) schon seit längerer Zeit trafficmäßig nur abwärts geht, ist bekannt. Ein so deutlicher Einbruch wie im November ist trotzdem ungewöhnlich. Die Zahl der Visits des Netzwerks schrumpfte gegenüber dem Oktober 2013 um rund 23 Prozent auf 17,8 Millionen Visits. Das ist das erste Mal, dass WKW unter die Marke von 20 Millionen Visits fällt. Bei den anderen deutschen Netzwerken sind für den vergangenen Monat keine größeren Veränderungen zu beobachten. „Xing“ liegt stabil bei 25,4 Millionen Visits, StayFriends und Lokalisten mussten minimale Verluste hinnehmen – allerdings auf einem ohnedies schon sehr niedrigen Niveau.

Und so ist in den letzten beiden Monaten etwas passiert, was man sich kaum hatte vorstelle kann: Das Business-Netzwerk „Xing“ ist inzwischen auch in Sachen Reichweite die größte deutsche Netzwerk-Seite. Als Business-Netzwerk hatte die Seite lange Zeit eine Art Alleinstellungs-Merkmal. Inzwischen drängt aber der US-Konkurrent „LinkedIn“ zunehmend auch auf den deutschen Markt.

US-Player dominieren den Markt

Damit setzt sich ein Trend fort, der seit Jahren ungebremst scheint: Deutsche Social-Media-Seiten haben (mit Ausnahme „Xing“) auf dem heimischen Markt kaum mehr eine Chance und spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Das prominenteste Opfer dieser Entwicklung waren die diversen VZ-Seiten, die noch vor wenigen Jahren Marktführer waren und inzwischen komplett vom Markt verschwunden sind. Eine große Rolle dürften dabei die lokalen Grenzen spielen – internationale oder womöglich interkontinentale Kontakte und Freundschaften spielen sich eben vermutlich nur selten auf einer Seite mit eindeutig lokal-regionalem Charakter ab.

 

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