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Das Netz ist endgültig in der (medialen) Mitte der Gesellschaft angekommen: Internetnutzung ist Standard,  die Zahl der deutschen Onliner bewegt sich inzwischen nahe der 80-Prozent-Marke. Was zur Folge hat, dass die Zahlen der Online-Nutzer nicht mehr rasant steigt – dafür aber die Nutzungsdauer. Größter Treiber bei dieser Entwicklung: das mobile Netz.

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Alltag: Journalisten produzieren ihre Inhalte auf einem Smartphone. (Foto: Jakubetz)

Das geht aus der neuesten ARD/ZDF-Onlinestudie hervor. Demnach sehen die nackten Zahlen so aus:

  • Innerhalb eines Jahres (von 2012 auf 2013) sind rund 800.000 neue Onliner dazu gekommen.
  • In Deutschland sind mittlerweile 77,2 Prozent aller Bewohner online. Im Vorjahr waren es 75,9 Prozent.
  • Den größten Anteil am aktuellen Wachstum haben die sogenannten “Silver Surfer” (Menschen über 60). Bei Menschen dieses Alters beträgt der Onliner-Anteil mittlerweile 42,9 Prozent.

Das klingt zunächst einmal eher unspektaulär; ganz so, als sei der große Run auf  das Netz vorüber und die Entwicklung an einem Punkt gekommen, an dem sie sich schlichtweg normalisiert. Es gibt allerdings einen anderen Punkt, der auf etwas schließen lässt, was Experten bereits seit mehreren Jahren prophezeien: Die Nutzung von mobilen Inhalten wird immer wichtiger. Die Zahl der Mobile-Web-Nutzer hat sich demnach gegenüber dem vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Gegenwärtig geben 41 Prozent der deutschen Onliner an, mobil zu surfen. Jeder fünfte Internet-Nutzer geht sogar täglich per Smartphone oder Tablet online. Damit kann das Netz to go in Deutschland auf einen rasanten Aufstieg zurückblicken. Noch vor fünf Jahren lag der Nutzeranteil bei gerade 10 Prozent. Die Onlinenutzung auf Smartphones und vor allem auf Tablets steckte noch komplett in den Kinderschuhen und galt als eher exotisch. Diese Zeiten sind vorbei.

Dabei geht es gar nicht mal nur darum, dass Menschen jetzt offenbar auch auf anderen Geräten als dem Rechner daheim ihre Inhalte nutzen. Stattdessen haben die Mobilgeräte offensichtlich auch für einen deutlichen Anstieg in der täglichen Nutzungsdauer des Netzes gesorgt: 169 Minuten sind die deutschen Onliner im Durchschnitt täglich im Netz; dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 36 Minuten. Was ja auch naheliegt: Es gibt mittlerweile schlichtweg sehr viel mehr Möglichkeiten, sich ins Netz einzuklinken. Nicht nur, dass die Netze inzwischen besser ausgebaut sind; Smartphones und Tablets machen die Nutzung auch sehr angenehm. Wer sich daran erinnert, wie schwierig es noch vor wenigen Jahren war, auf einem herkömmlichen Handy Webseiten zu lesen oder Mails abzurufen, der weiß auch, welcher Quantensprung hinter uns liegt.

Das Schlagwort “Mobile” hat allerdings speziell für Journalisten eine zweite Dimension. Nicht nur, dass sie darüber nachdenken müssen, wie und wo sie ihre Inhalte mobilgerecht aufbereiten und welche Plattformen sie dafür nutzen. Dazu kommt, dass die enorm schnelle Entwicklung speziell von Smartphones sie plötzlich in die Lage versetzt, auch mobil zu produzieren. Videos, Audios, Fotos, all das lässt sich mittlerweile mit Handys, Apps und ein paar kleinen Peripheriegeräten in einer verblüffenden Qualität produzieren. Für Marcus Bösch, u.a. Autor des “Mobile”-Kapitels bei “Universalcode”, steht jedenfalls fest: “In ein paar Jahren wird das Adjektiv mobil als Zusatz vor dem Journalismus verschwinden, weil das ganz normal ist.” Der Anspruch von mobilem Journalismus sei es zudem nicht, die bisherigen Produktionsweisen zu ersetzen. Stattdessen gehe es darum, mit Smartphones und Tablets Beiträge zu produzieren, die “good enough” sind.

 

Mehr zum Thema

  • Konrad Weber hat eine Auflistung von Apps zusammen gestellt, mit der sich von unterwegs aus mobile Inhalte produzieren lassen.
  • Daniel Fiene und Herr Pähler zeigen im Video, was man mit einem Smartphone und ein paar Apps machen kann:

 

 

 

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