Mobile 1. September 2013

Zeitungen gewinnen Leser, Google das Geld

by Christian Jakubetz

Die Medienwelt wird mobiler – sowohl in der Nutzung als auch in der Produktion, da sind sich ausnahmsweise mal nahezu alle Experten einig. Aber wer wird welche Rolle auf Tablets und Smartphones spielen? Da gehen die Meinungen schon wieder etwas auseinander. Die Zeitungsverlage reklamieren für sich, erste Anlaufstelle für Informationen im mobilen Netz zu sein. Zumindest aber in den Einnahmen durch digitale Werbung schlägt sich das noch nicht wirklich nieder.

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Die Zeitungen erreichen mit ihren mobilen Angeboten in Deutschland 7 Millionen Nutzer pro Monat. Das entspricht 27,1 Prozent der User des mobilen Internets. Zu diesem Ergebnis kommt die Sonderauswertung der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft auf Basis der aktuellen AGOF mobile facts 2013-I.

Auf der anderen Seite: Der Suchmaschinen-Gigant Google bleibt die klare Nummer 1 bei der Vermarktung digitaler Werbung. Laut eMarketer-Schätzung wird der US-Konzern in diesem Jahr fast 40 Milliarden US-Dollar mit digitaler Suchmaschinen- und Anzeigenwerbung verdienen, mehr als doppelt so viel wie die neun größten Konkurrenten zusammen.

Neben der schon lange bestehenden Ausnahmestellung im stationären Internet, hat es Google mit Hilfe von Android und Diensten wie Google Maps geschafft, sich frühzeitig als Marktführer im stark wachsenden mobilen Segment zu etablieren.Googles Anteil am stetig wachsenden mobilen Werbemarkt liegt laut eMarketer bei über 50 Prozent und somit noch deutlich über den 33 Prozent, die Google im Gesamtmarkt für digitale Werbung erreicht.

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Trotzdem herrscht bei den Verlagen Zuversicht: „Zeitungen gewinnen im Wachstumsmarkt ,Mobile‘ kontinuierlich Leser“, erklärt Markus Ruppe, Geschäftsführer der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft. „Dass bereits knapp zwei Drittel der angebotenen Tablet-Apps und rund die Hälfte der Smartphone-Apps bezahlt werden, bestätigt die hohe Wertschätzung der Nutzer für die Inhalte ihrer Zeitung.“

Während die Online-Zeitung klar von den jungen Lesern präferiert wird, lassen sich bei der mobilen Zeitungsnutzung kaum Unterschiede zwischen den Altersgruppen nachweisen. Lediglich die 30-49-Jährigen sind mit 28,3 Prozent Reichweite in der Zielgruppe etwas stärker vertreten. Entscheidend für die Wahl des Zeitungskanals ist meist die Nutzungssituation, nicht das Alter des Lesers.

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