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Möglicherweise hat es ja auch einfach nur mit dem Sommerloch zu tun – aber momentan sind die Diskussionen über die Zukunft der Tageszeitung wieder so entbrannt, dass man denken könnte, es gebe kein Morgen mehr. Beim Spiegel gibt es seit gut eineinhalb Wochen die Zeitungsdebatte unter dem Hashtag #tag2020. Und drumherum spielt sich eine Menge dazu ab.

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Erstmal zu denen, die noch zum eigentlichen Thema diskutieren: Das “Digitale Quartett” hatte am Montag zu einer Zeitungsrunde eingeladen. Mit dabei u.a. der Initiator der “Spiegel”-Serie, Cordt Schnibben, Constantin Seibt, Journalist aus der Schweiz, und der Digitalchef der Rhein-Zeitung, Marcus Schwarze. Herausgekommen ist eine spannende Diskussionsrunde, von der Kritiker womöglich allerdings sagen könnten, man habe keine echte Lösung für die Probleme der Tageszeitungen gefunden.

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Dass es zu dem Thema keine Lösungen gibt, moniert auch Stefan Winterbauer im Branchendienst “Meedia”. “Selbstverliebtes Gelaber”, “nervenzerfetzende Langeweile” – viel hält der Medienjournalist offenbar nicht von dieser Debatte.

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Auch der Berufslobo Sascha Lobo sieht die Debatte nur bedingt positiv. Seine Kritik: Die Autoren der Debatte böten sich zumeist selbst als die Lösung des Problems an, ohne dabei willens und in der Lage zu sein, ihre eigenen Perspektiven mal zu verlassen.

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Holger Schmidt, von Beruf Netzökonom, hat sich ebenfalls seine Gedanken gemacht. Die Frage danach, ob die Zeitung nun eher weiter auf Papier oder dann doch digital existiert, sieht er als offen an. Und als nicht weiter wichtig: “Am Ende entscheidet ohnehin der Leser, welches Trägermedium er möchte. Die Medien müssen alles anbieten.”

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Karl-Heinz Ruch ist Geschäftsführer bei der taz und befasst sich im Hausblog nochmal mit dem Springer-Funke-Deal. Er sieht den Springer-Verlag als symptomatisch für die Entwicklung der gesamten Branche und glaubt auch, den Grund zu kennen, warum Springer die Regionalzeitungen und nicht etwa die chronisch defizitäre “Welt” verkauft hat…

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Ach ja, und während wir Journalisten gerade so nett über die Zukunft der Zeitungen debattieren, ist man ein paar Generationen weiter hinten von ganz anderen Problemen geplagt. Beispielsweise von der Suche nach dem richtigen Netzwerk. Facebook jedenfalls kommt für eine 13jährige Amerikanerin keinesfalls in Frage – das ist ja dann doch eher so eine Art Oma-Netzwerk...

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