Aktuell, Links oben 22. Mai 2013

Links oben: Schluss mit lustig und allem anderen

by Christian Jakubetz

Schluss mit „Text only“, Schluss mit Framing und Schluss mit hohen Renditen – „Links oben“ heute mit einer Ausgabe, die sich mit Dingen beschäftigt, die möglicherweise an ihr Ende kommen.

YouTube-Erfolgszahlen, Deutscher Webvideopreis am Samstag In Düsseldorf – momentan, so scheint es, dreht sich Onlinewelt um das Thema Video. Könnte es also sein, dass guter Videoinhalt künftig ganz maßgeblich für eine erfolgreiche Webseite sein wird? Ja, glaubt Sandra Liebich in ihrem Blog bei „news aktuell“. Sie bezieht sich auf eine Studie der Nachrichtenagentur AP – und die kommt zu einem ebenso simplen wie eindeutigen Ergebnis: Webvideos sind zur Gewohnheit geworden. Und auch zu etwas, was vom Nutzer inzwischen fest erwartet wird. Vorbei sind die Zeiten von „Text only“.

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Unterdessen läuft auf juristischer Ebene eine Debatte, die man mit einigem Recht ein wenig absurd finden darf. Im Kern dreht sich die Diskussion darum, ob man Webvideos einfach so einbinden darf – selbst dann, wenn die Videos ausdrücklich mit einem Embedding-Code versehen sind. Der BGH beschäftigt sich mit dieser Frage schon eine ganze Zeit, jetzt werden auch noch europäische Parlamente damit befasst. Aber selbst, wenn man die Debatte für absurd hält, muss man sie wohl im Auge behalten: Ein wie auch immer gearteter Richterspruch dürfte für den täglichen Umgang mit Webvideos einige Auswirkungen haben.

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Daneben bleibt aber natürlich immer noch Platz für das ebenso unvermeidliche wie lustvoll debattierte Thema „Zukunft der Zeitungen“. Die wiederum, so hat ein Professor für Medienökonomie jetzt herausgefunden, haben momentan immer noch wenig Grund zum Klagen, weil sie hohe Renditen erzielen. Das Problem ist allerdings: Sind die Verlage zukunftsfähig genug, um diese Renditen in die Zukunft retten zu können? Da ist Prof. Frank Lobig eher skeptisch: “ Noch haben sie eine Chance und sie haben im Moment eine Lage, wo sie mit Konsolidierungen, Kostenkonsolidierungen, die aber nicht unbedingt Kostenreduzierungen darstellen für einzelne Redaktionen, sondern die Zusammenführung von Redaktionen darstellen, sie haben eben noch diese Chance, hier zu investieren im Internet und sich da was einfallen zu lassen. Aber das wird langsam Zeit, denn die Auflagen im Printmarkt nehmen natürlich kontinuierlich ab.“

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