Aktuell 18. Januar 2013

TV ist König, das Netz der Thronfolger

by Christian Jakubetz

Für die Mehrheit der Deutschen ist immer noch das Fernsehen Leitmedium Nummer 1, das Internet kommt erst auf Platz 3. Nach einer neuen Studie wird sich dies aber womöglich bald verändern. Bei den 14-29jährigen hat sich der Trend bereits komplett gedreht.

Immer noch Leitmedium Nummer 1: Fernsehen. Das Netz holt allerdings stark auf. (Foto: Rolf van Melis/pixelio.de)
Immer noch Leitmedium Nummer 1: Fernsehen. Das Netz holt allerdings stark auf. (Foto: Rolf van Melis/pixelio.de)

Der Name klingt überaus sperrig – und was  ein „Büro für Technikfolgeabschätzung“ mit Medien zu tun haben könnte, erschließt sich auch nicht unbedingt sofort. Trotzdem gibt es von diesem beim Bundestag angesiedelten Büro ein paar neue Zahlen, die für das Thema Medienwandel interessant sind. Sie beschäftigen sich weniger mit den absoluten Nutzungszahlen, sondern eher mit der Frage: Was ist für die Konsumenten eigentlich das Leitmedium? Und da führt nach den am Mittwoch vorgestellte Zahlen immer noch das Fernsehen. Das könnte sich allerdings bald ändern, heißt es in der Studie.

In Zahlen ausgedrückt ist die Sache erst einmal eindeutig: Für 39 Prozent der Deutschen ist immer noch das Fernsehen das Leitmedium Nummer 1, unmittelbar gefolgt vom Radio (38 Prozent). Das Internet kommt demnach „nur“ auf 17 Prozent und Platz 3. Dennoch muss man strikt unterscheiden. Zwischen dem, wie die Mehrheit der Nutzer Medien konsumiert. Und der zu erwartenden zukünftigen Nutzung. Denn: Bei den 14-29jährigen haben sich die Präferenzen bereits umgedreht. Dort gibt bereits jeder Dritte das Internet als sein Leitmedium an, der Anteil derer, die das vom TV behaupten, ist hier bereits auf 26 Prozent gesunken. Schwierig ist die Lage erwartungsgemäß für Tageszeitungen, auch wenn sie immer noch intensiv genutzt werden: Laut Studie greift immer noch jeder Zweite in Deutschland täglich zu einem gedruckten Produkt. Als Leitmedium wird die Tageszeitung aber nur noch von einer Minderheit wahrgenommen.

Comments 1
  • Beim kurzen Einlesen in die Drucksache irritierte mich eine Feststellung auf Seite elf: „Streng genommen ist das Internet kein Medium, sondern eine technische Plattform, auf der verschiedene Medieninhalte und Kommunikationsdienste angeboten werden.“ Auf der anderen Seite wird drei Absätze später hervorgehoben, „dass redaktionelle Onlineangebote – wie etwa Spiegel Online – mittlerweile eine bedeutende Rolle bei der Themenfindung quer über alle Mediengattungen spielen, die nur noch von den Nachrichtenagenturen übertroffen wird.“ Ein wenig Widerspruch als Salz in der Suppe?

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