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Wie halten wir es in Deutschland denn jetzt mit dem Thema “social media”? Drei neue Untersuchungen bzw. Statistiken lassen auf diese Frage leider keine klare Antwort zu. Alles eine Frage der Perspektive: Während die eine Umfrage zu dem Ergebnis kommt, deutsche Journalisten seien im Umgang damit schon sehr weit und souverän, sieht die andere Studie Deutschland eher als Entwicklungsland.

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Reden wir also erst mal von der positiven Sichtweise: Das Ecco-Agneturnetzwerk hat Journalisten in Deutschland zu ihrem Umgang mit dem Thema Web 2.0 befragt – und zumindest deren Selbstbild ist einigermaßen positiv.  Demnach sind beispielsweise rund 72 Prozent der Befragten bei Facebook vertreten, weitere rund 40 Prozent nutzen nach eigenen Angaben Twitter, rund 60 Prozent haben einen Account bei Xing. Selbst bei Google + sind demnach rund 26 Prozent — und gut 15 Prozent geben an, ein eigenes Blog zu schreiben.

Auch die grundsätzliche Haltung der Befragten ist überaus positiv: Rund 60 Prozent nutzen demnach soziale Netzwerke auch für ihre tägliche Arbeit. Demnach sähe auch ein beträchtlicher Teil der Journalisten soziale Medien als eine nutzbringende Sache an. Zusammengerechnet sind es 36 Prozent der an dieser Umfrage Beteiligten, die sich dafür entschieden haben, soziale Netzwerke als wahlweise sehr oder extrem hilfreich für die tägliche Arbeit zu bezeichnen, 5 Prozent glauben sogar ihre tägliche Arbeit sei ohne sie nicht mehr möglich. Umgekehrt sagt nur ein gutes Prozent der Befragten, die Nutzung sei für sie “völlig sinnlos”. Weitere rund 6 Prozent meinten, das helfe ihnen in ihrer Arbeit gar nicht. Überwiegend auch hier allerdings ganz klar die positive Tendenz.

Dementsprechend gut gerüstet fühlen sich die meisten Teilnehmer dieser Umfrage denn auch. Immerhin ein Viertel der Befragten sagt, sich im Umgang mit Social Media “sehr gut” auszukennen. Als durchschnittlich gut schätzen 58,8 Prozent ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Und nur 16,2 Prozent glauben, sich schlecht oder gar nicht auszukennen.

Mag allerdings sein, dass die Zusammensetzung der Befragten für diese dann doch verblüffende Selbsteinschätzung gesorgt hat: 34,4 Prozent der Teilnehmer kamen aus Online-Redaktion, 51,1 Prozent arbeiten nach eigener Angabe für Fachmedien. Schließlich waren erst unlängst internationale Vergleiche eher zu der Einschätzung gekommen, dass es so rasend weit mit den Social-Media-Kenntnissen deutscher Journalisten nicht her ist.

Unbeschadet dessen hat die Bedeutung sozialer Netzwerke auch in der klassischen Berichterstattung deutscher Medien weiter zugenommen. Vor allem Twitter ist offenbar zunehmend in den Fokus auch der Nachrichtenagenturen geraten, wie Martin Giesler herausgefunden hat. Giesler hat über 4000 Erwähnungen von Twitter in der Berichterstattung der Nachrichtenagenturen gezählt. Damit habe das Netzwerk um über 60 Prozent zugelegt und sogar den Branchenriesen Facebook hinter sich gelassen.

Generell ist allerdings einer Studie des Pew Research Center Deutschland nicht gerade das Land mit den höchsten Affinität zum Thema Social Media. Insgesamt nur 34 Prozent der Gesamtbevölkerung soziale Netzwerke. Das ist ein Wert, der nur knapp überhalb beispielsweise Chinas oder des Libanon liegt. Die Spitzenreiter Großbritannien und USA bringen es dagegen auf Werte von 52 bzw. 50 Prozent.

 

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