Webvideos 18. August 2012

Wie Journalisten jetzt „on air“ gehen können

by Christian Jakubetz

Können Journalisten, Redaktionen und Unternehmen demnächst ihre eigenen kleinen „TV-Sendungen“ starten? Nachdem Google in der vergangenen Woche für seine Hangouts überraschend seine „on air“-Funktion freigeschaltet hat, ist das denkbar. Zumindest in der Theorie. Ein Überblick darüber, was geht – und was womöglich noch nicht…

„Fernsehen“ für alle und jeden? Google fügt seinen Hangouts jetzt auch die Funktion „on air“ hinzu.

Der Berater, Journalist und Blogger Thomas Knüwer ist einer, der gerne mal etwas ausprobiert. Als Google „on air“ auch in Deutschland freigab, trommelte Knüwer ein paar Leute zusammen, schaltete einen Hangout frei – und dieser Hangout wurde dann zunächst quasi live und für jedermann sichtbar ins Netz gestreamt wie bei einer Liveübtragung. Ein weiterer Clou: Nach Ende des Live-Hangouts wird die Aufzeichnung sofort im YouTube-Konto des Nutzers gespeichert und zudem automatisch auf Google + geteilt (dass sich Google davon möglicherweise auch mehr Traffic für sein etwas schwächelndes soziales Netzwerk erhofft, sei dahingestellt). Das Ergebnis sieht dann so aus:

Technisch ist die Umsetzung verhältnismäßig einfach. Was man braucht, ist schnell aufgezählt: einen Google-Account, eine Webcam, ein halbwegs stabiles und schnelles Netz, Headset oder Mikrofon können nicht schaden, sind aber schon nicht mehr zwingende Voraussetzung. Die Aufzeichnung startet dann automatisch, ebenso wird die Speicherung und die Veröffentlichung auf den entsprechenden Kanälen dann öffentlich durchgeführt. Eine spezielle Software sind dafür nicht nötig.

Theoretisch also sind die Hangouts „on air“ eine interessante Möglichkeit für alle Medienschaffenden, wahlweise eigene „Sendungen“ zu starten oder aber auch in konventionelle TV-Sendungen einzubetten. Die „Rundshow“ des Bayerischen Fernsehens beispielsweise arbeitete in den vier Wochen ihres Bestehens in diesem Sommer sehr intensiv mit dieser Möglichkeit. Theoretisch ein spannender Gedanke, der idealerweise so funktioniert hätte:

Doch genau daran hakt es derzeit noch, ganz egal, ob im Einsatz beim TV oder auch „nur“ im Web. Die Qualität der Hangouts, sei es Bild oder Text, lässt oft noch zu wünschen übrig. Auch die Stabilität der Technologie ist immer noch nicht so, als dass sie höchsten Ansprüchen gerecht werden würde. Trotzdem sind die Optionen, die sich mit Hangouts „on air“ bieten, schon jetzt unübersehbar. Eine ganze Reihe von Beispielen, wer schon alles „on air“ war, findet sich hier. Zumal man auch damit rechnen kann, dass sich die technischen und qualitativen Probleme in absehbarer Zeit lösen werden.

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