Aktuell, Links oben 16. Juli 2012

Links oben: Ein Baukasten für alle Journalisten

by Christian Jakubetz

Das Blöde an der Zukunft ist ja, dass man sie so schlecht voraussagen kann: eine Erfahrung, die jetzt gerade ein viel gelobtes hyperlokales Projekt gemacht hat. Dass Journalisten in Zukunft trotzdem technisch weitaus beschlagener sein müssen um zu überleben, last sich auch ganz ohne prophetische Gaben prognostizieren. Belege dafür heute bei „Links oben“.

Programmieren - Pflicht oder Kür für Journalisten? (Foto: Thorsten Freyer/pixelio.de)

Die Frage beschäftigt ja dann doch immer wieder nahezu alle Journalisten: Was muss man denn jetzt eigentlich (handwerklich/technisch) können, um in diesem Job überleben zu können? Besonders scheiden sich die Geister, wenn es um das Thema „programmieren“ geht. Julius Tröger hat in einem überaus lesenswerten Beitrag zusammengestellt, was aus seiner Sicht essentiell ist. Herausgekommen ist ein Baukasten für Journalisten, die zwar nicht gleich ITler werden, sich aber dennoch im Alltag selber helfen wollen. Lesen, bookmarken und anwenden!

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Eines zieht sich ja doch wie ein roter Faden durch die Geschichte der Digitalisierung: Wenn im Netz neue (Geschäfts-)Modelle entstehen, dann reagieren die etablierten Branchen und Unternehmen gerne mal mit Klagen und anderen juristischen Repressalien. Was leider nicht immer eine sehr gute Idee ist, wie der Blick auf die benachbarte Musikbranche zeigt. Zumindest einer US-Studie zufolge war es nämlich für die Entwicklung der Branche eher hinderlich, dass man vor einigen Jahren den damaligen Pionier in Sachen Filesharing „Napster“ juristisch erlegte. Stattdessen hätte man aus der Idee eigene Geschäftsmodelle, die heute Standard sind, viel früher entwickeln können. Bleibt die Frage, ob die Medienbranchen vielleicht in Zukunft öfter mal schaut, wie das damals in der Musik war…

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Apropos Geschäftsmodelle: Als ein solches galt (und gilt?) auch der hyperlokale Journalismus. Aber zumindest in den USA ist der Hype ums Hyperlokale schon wieder etwas kleiner geworden. „Blog the Local“, ein vielbeachtetes Projekt der „NewYork Times“ ist am Ende. Simpler wie dennoch einleuchtender Grund: zu wenig Anzeigen, zu wenig Einnahmen. Spannende Frage: Ein Ausnahmefall – oder werden wir auch in Deutschland bald die ersten Dämpfer für den Hoffnungsträger erleben?

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