Social Media 12. April 2012

Rundshow: Eine Nicht-Sendung für neues Fernsehen

by Christian Jakubetz

Selten hat ein TV-Projekt für so viel Aufsehen gesorgt: Mit der „Rundshow“ startet der Journalist und Universalcode-Autor Richard Gutjahr ein Hybridformat, bei dem nicht einfach nur ein paar Tweets in der der Sendung vorgelesen werden sollen. „Rundshow“ nennt sich das Format, das ab Mai zunächst für vier Wochen lang auf Sendung gehen soll. Gesendet wird die Rundshow von Gutjahrs Heimatsender, dem Bayerischen Rundfunk.

Eine neue Form des "Fernsehens": Richard Gutjahr und Team arbeiten an der Rundshow. (Foto: rundshow.de)

Das alleine ist ja schon erstaunlich genug. Der BR galt bisher kaum als ein besonders innovativer, geschweige denn netzaffiner Sender. Das durchschnittliche Publikum ist über 60 und in den vergangenen Jahren galt es ja schon als innovativ, wenn man ein leicht modifiziertes Programm als „Reform“ bezeichnen durfte. Inmitten dieser öffentlich-rechtlichen Größe führte der Journalist Gutjahr ein merkwürdiges Doppelleben. Im Netz hatte er es zu einiger Berühmtheit gebracht, im BR hingegen stand er abends vor der Kamera und moderierte die Spätausgabe der Nachrichtensendung „Rundschau“.

Schon vor gut einem Jahr fing Gutjahr an, sich öffentlich Gedanken zu machen, wie eine Art „neues Fernsehen“ aussehen könnte. Eines, das sich das Beste aus beiden Welten zunutze macht. Eines steht aber von vornherein fest: „Bei der rundshow geht es weniger um eine neue „Sendung“ (Das Wort gilt bei uns im Team als verpönt), als vielmehr darum, unserem härtesten Kritiker gegenüber zu treten: dem Zuschauer.“ Schreibt Gutjahr in seinem Blog, wo er auch die Entstehungsgeschichte noch einmal ausführlich beschreibt.

Frontmann der neuen Nicht-Sendung ist Gutjahr selbst, dazu kommen zwei prominente Gast-Moderatoren: der Düsseldorfer Radiojournalist Daniel Fiene (auch er einer der Atomen von Universalcode) und das Berliner Netzwesen Sascha Lobo, den meisten vermutlich bekannt als Sascha Lobo. Ab 14. Mai ist die „rundshow“ jeden Tag on air, im TV ebenso wie auf allen anderen denkbaren digitalen Kanälen. Und damit die Zuschauer, ganz Web 2.0 eben, von vornherein mit dabei sind, gibt es ein Blog, in dem täglich über das Neueste aus dem Lager der TV-Piraten berichtet wird.

 

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