Aktuell 6. Dezember 2011

Ein echtes Plus für das „heute journal“

by Christian Jakubetz

Nachrichten und sehr viel mehr: Mit dem „heute journal plus“ versucht das ZDF, im TV-Nachrichtenjournalismus neue Wege zu gehen. Die Sendung soll das werden, was man im digitalen Zeitalter von Journalismus häufig verlangt: interaktiv, multimedial, kommunikativ. Mobil wird sie vorerst aber noch nicht.

Jetzt auch mit "plus" im Netz: das "heute journal"

Nachrichtensendungen, das hieß früher: Um eine bestimmte Zeit versammelt sich die Familie vor einem Fernseher, um eine Art Nachrichtenverlautbarung entgegen zu nehmen. Von dieser Idee bleibt zunehmend weniger. In den vergangenen Jahren hat sich durch die enorm gestiegenen Bandbreiten die Möglichkeit, Sendungen zu streamen, deutlich erhöht.  Weiterer TV-Trend: Das Netz rückt immer mehr an das Fernsehen heran (oder umgekehrt, ganz wie man will).  Das macht sich in der Tatsache bemerkbar, dass immer mehr TV-Geräte internetfähig sind. Man merkt es aber auch umgekehrt an den Formaten – Fernsehsendungen werden zunehmend mit klassischen Online-Elemente erweitert.

Das ZDF hat am Dienstag in Berlin einen Ableger des „heute-journals“ vorgestellt, das ein Paradebeispiel für diese Idee ist. Das Format heißt „heute-journal plus“ und ist so gedacht, wie es der Name verrät: Rund um die eigentliche Sendung, die natürlich Kernpunkt dieses Angebots ist, gibt es jetzt auch zahlreiche Zusatzinformationen. Das „Plus“ besteht dabei nicht nur aus weiterem TV-Material des Senders, sondern aus weiterführenden Links sowie Hinweise auf soziale Netzwerke und interaktive „Erklärgrafiken“, wie sie im öffentlich-rechtlichen Deutsch genannt werden. In der Rubrik „Schlüsselloch“ gibt es zudem Einblicke in die redaktionelle Arbeit und Entscheidungsprozesse im Haus.

Für Redaktionsleiterin Anne Reidt bedeutet dies, dass es künftig „keinen Redaktionsschluss mehr gibt“, während Anchor Claus Kleber einen entscheidenden Vorteil darin sieht, dass der Zuschauer erkennen könne, wie sehr die Sendung ein „fließendes Etwas“ sei. Das Angebot funktioniert im Netz via Browser sowie über eine Settop-Box, sofern sie den Standard Hbb TV unterstützt. Nach Mitteilung des ZDF sind Apps für Tablets und Smartphones momentan nicht geplant.

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