Aktuell 28. November 2011

Der „Spiegel“ beerdigt das E-Paper

by Christian Jakubetz

Der „Spiegel“ beerdigt das PDF — und macht gleichzeitig einen Schritt in eine etwas größere Unabhängigkeit von Apple. Die neue App des Nachrichtenmagazins macht es möglich, das Heft künftig auch via Browser in ansprechender und multimedialer Form zu lesen.

Jetzt auch im Browser multimedial: Der Spiegel.

Um ein Printprodukt am Bildschirm zu lesen, braucht man in vielen Fällen viel Geduld und gute Nerven. Meistens handelt es sich um E-Paper, eine Technologie, die vor rund zehn Jahren Einzug hielt und meistens eher umständlich das Heft oder die Zeitung auf den Bildschirm brachte. Zudem war das E-Paper eben nur eine elektronische Reproduktion, multimediale Zusatz-Inhalte waren dort nie vorgesehen.

Das änderte sich erst, als die Tablets, allen voran das iPad kamen. In vielen Apps wurden Hefte mit zusätzlichen Angeboten wie Videos oder interaktive Grafiken versehen.  Nachteil für die Verlage: Speziell im Appstore von Apple wurden zum einen 30 Prozent der Umsätze als Provision fällig, zum anderen hatten die Verlage auch keinen Zugriff auf die Kundendaten. Davon abgesehen, dass eine Apple-App dann eben auch nur bei Apple lief und beispielsweise für Android-Geräte unbrauchbar war.

Der „Spiegel“ versucht sich nun, wenigstens ein Stück weit aus diesem Konstrukt zu befreien. Eine weitere App (zusätzlich zu der weiterhin bestehenden für das iPad) basiert auf HTML5 und kann auf allen Geräten, einschließlich ganz normaler PC´s. Das bedeutet, dass multimediale Ergänzungen künftig auch denjenigen zur Verfügung stehen, die den „Spiegel“ weder gedruckt noch auf dem iPad lesen wollen. Das bisherige E-Paper des Verlags gibt es ab sofort in dieser Form nicht mehr. Der „Spiegel“ selbst erwartet von der Neuerung — wenig überraschend — vor allem neue Leser.

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