Software 8. August 2011

Videos: Die besten Tipps für Einsteiger und Profis

by Christian Jakubetz

Multimediales Arbeiten – das ist stark vom richtigen Werkzeug abhängig. Die Auswahl ist häufig schier erdrückend. Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Programme in den einzelnen Bereichen.

Apples Final Cut Pro X
Apples Final Cut Pro X: Ganz groß oder doch lieber einfacher?

Speziell bei der Videoproduktion hängt vieles an der Software. Ein zu einfaches Programm stößt schnell an seine Grenzen, Profiprogramme hingegen sind meistens schwer zu bedienen und zudem auch preislich oft in Kategorien, die schon mal in den vierstelligen Bereich gehen. Dabei gibt es keine wirklich für alle gängige Faustregel – außer einer: Bei der Auswahl des richtigen Handwerkszeugs kommt es immer auch darauf an, was man gerade damit machen will.

Windows Movie Maker (im Betriebssystem integriert, ab WIN XP):

Microsofts Moviemaker ist ein einfaches Schnittprogramm, mit dem kurze Videos relativ unkompliziert erstellt werden können. Die neueste Version (ab Windows 7) lehnt sich deutlich an „iMovie“ von Apple an. Die Schnitte werden nicht mehr mit den gebräuchlichen „Rasierklingen“ gesetzt, sondern mit In- und Outpoints. Die früheren Versionen hingegen setzen noch genau auf dieses Prinzip. Deswegen ist es schwierig, eine Bewertung des Programms abzugeben, weil es in seiner ganzen Funktionalität stark abgeändert wurde. Egal, welche Art des Schneidens man lieber mag: Zumindest kann der „Movie Maker“ in seiner neuesten Version jetzt auch andere Formate als nur Microsofts WMV lesen – das war bis zur Vistaversion einer der größten Nachteile der Software. Ansonsten ist das Programm übersichtlich und schnell zu erlernen. Das ist sowohl sein größter Vor- als auch ein quasi eingebauter Nachteil. Denn so leicht, wie man in ein solches Programm hineinkommt, so schnell stößt man auch an seine Grenzen. Der „Movie Maker“ kann beispielsweise nur eine zusätzliche Tonspur hinzufügen und auch die Zahl seiner Effekte und Überblendungen ist sehr überschaubar. Aber das will und muss man als Einsteiger ja auch gar nicht haben. Für die ersten kleinen Übungsvideos reicht die Software allemal.

Windows Movie Maker
Windows Movie Maker: einfach gemacht, aber für den Anfang erst einmal ausreichend.

Apple iMovie (im Betriebssystem integriert):

Mit iMovie gibt es ein Adäquat zum „Movie Maker“ von Microsoft. Die Software ist im Mac-Betriebssystem integriert und funktioniert in der Bedienung etwas anders als die meisten anderen Schnittprogramme. Es kommt ohne die „Rasierklingen“ aus, stattdessen werden die Stellen, die man in das fertige Video einbauen wollen, einfach markiert und dann in die Timeline eingebaut. Das scheint allerdings bei den Nutzer gut angekommen zu sein. Jedenfalls hat Microsoft für seine neueste Version des „Movie Maker“ unübersehbare Anleihen bei iMovie genommen. Wie so vieles, ist auch die Entscheidung zwischen „Movie Maker“ und „iMovie“ eine Glaubensfrage. Und letztendlich auch gar keine wirkliche Entscheidung: Wer den Mac hat, nutzt „iMovie“. Eines hat allerdings auch iMovie mit dem Microsoft-Konkurrenten gemein: Auch bei dieser Software stößt selbst der interessierte Laie relativ schnell an Grenzen. Für kleinere Geschichten ok, aber schon für semiprofessionelle Videos kaum geeignet.

Im Mac integriert: iMovie, das Einsteigerprogramm von Apple.
Im Mac integriert: iMovie, das Einsteigerprogramm von Apple.

Adobe Premiere Elements (ab ca. 40 €):

Premiere Elements ist eine kleinere, deutlich abgespeckte Version von Adobe Premiere. Es enthält die wesentlichen Funktionen eines Schnittprogramms und kann bereits deutlich mehr als die beiden kostenlosen Basis-Programme von Microsoft und Apple. Mit Premiere Elements lassen sich semiprofessionelle Videos sehr gut herstellen. Die Funktionen, die die Pro-Ausführung bietet, brauchen Journalisten, die im Bereich Webvideos einfachere Produktionen herstellen, im Regelfall nicht. Premiere Elements ist deshalb auch verhältnismäßig einfach zu erlernen. Auch preislich ist es für Einsteiger und Freiberufler interessant.

Adobe Premiere Elements
Adobe Premiere Elements

Magix Video (ab ca. 70 €):

Magix Video wird im semiprofesionellen Bereich gerne als Geheimtipps genannt. Tatsächlich überzeugt das Programm durch einfache Bedienbarkeit und eine intuitive Handhabung, die es auch Einsteigern schnell ermöglicht, passable Videos zu produzieren. Magix gibt es aktuell in drei Versionen, die in einer Preisspanne von rund 70 bis ca. 130 Euro zu haben sind. Auch hier gilt: Wer nicht gerade Fernsehen oder wirkliche aufwändige Videoproduktion machen will, wird mit Magix gut hinkommen.

Magix Video Deluxe: In drei Varianten zu haben.
Magix Video Deluxe: In drei Varianten zu haben.

Pinnacle Studio (ab 69,95 €):

Pinnacle Studio ist für Avid das, was Final Cut Express und Premiere Elements für Apple und Adobe ist: Eine abgespeckte Prosumer-Version von Avis Studio. Nur, dass Avid für diese Reihe auch einen anderen Markennamen verwendet. Wo Pinnacle draufsteht, ist allerdings zu hundert Prozent Avid drin. Auch Pinnacle gibt es in verschiedenen Preisstufen: Die Preise für Pinnacle Studio Version 15 beginnen bei 69,95 € für Pinnacle Studio HD, 99,95 € für Pinnacle Studio HD Ultimate und 129,95 € für Pinnacle Studio HD Ultimate Collection.

Avid in klein:  Pinnacle Studio
Avid in klein: Pinnacle Studio

Adobe Premiere Pro (ab ca. 1000 €):

Die „große“ Version von Premiere genügt Profi-Ansprüchen und wird auch bei TV-Sendern eingesetzt. Das Programm hat alle Vor- und Nachteile, die sich in dieser Größenordnung ergeben. Vorteile: Es lässt so gut wie keinen Wunsch offen und erlaubt tatsächlich hoch professionelle Videoproduktion. Das bedeutet aber eben auch, dass man sich nicht nur sehr intensiv in das Programm einarbeiten, sondern auch eine ganze Menge Geld dafür ausgeben muss. Ob man sich bei einer solchen Großanschaffung dann für Adobe, Final Cut oder Avid entscheidet, sei dahingestellt. Die grundsätzliche Problematik ist überall die gleiche.

Groß und nur für Fortgeschrittene: Adobe Premiere Pro.
Groß und nur für Fortgeschrittene: Adobe Premiere Pro.

Final Cut Pro X (ca. 270 €):

Final Cut Pro X ist 2011 erschienen und soll die bisherige Software Final Cut Studio ablösen. Auch FCP zielt wie Premiere Pro eindeutig auf den professionellen Cutter bzw. Journalisten, die diese Ansprüche stellen. Final Cut Pro X ist nur über den Mac App Store verfügbar. Ebenfalls nur dort zu haben sind die Codier-Software Compressor 4 und das für Grafikanimationen entwickelte Motion 5. Die Tools waren zuvor in Final Cut Studio enthalten. Mit einem Preis von rund 270 Euro setzt Apple einen erstaunlich niedrigen Preis an, der deutlich unterhalb dem der Vorgängerversion liegt. Über die wirklichen Stärken und Schwächen der Software lässt sich noch nicht sehr viel sagen, da sie erst im Sommer erschienen ist. Die ersten Kritiken fielen gemischt aus. Wobei auch hier gilt: Für Windows-Nutzer stellt sich die Frage erst gar nicht.

Avid Studio (ca. 170 €):

Ebenfalls im Jahr 2011 erschienen ist Avid Studio. Avid ist in den professionellen Studios und TV-Redaktionen vermutlich Marktführer. Gleichzeitig aber ist das auch eine Schwäche: Avid ist in der ganzen Handhabung auch für fortgeschrittene Nutzer eher gewöhnungsbedürftig. Dafür kostet Avid Studio im Donwload nur 170 Euro und ist damit in dieser Klasse die günstigste Software. Was die Fähigkeiten des Programms angeht, ist Avid allerdings über jeden Zweifel erhaben.

Professionell und sehr kostengünstig: Avid Studio.
Professionell und sehr kostengünstig: Avid Studio.
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